Nach Tod von Häftling Ermittlungen gegen JVA-Beamte eingestellt

Laut Staatsanwaltschaft sind die Beamten unschuldig

 

Weil er randaliert, wird ein 28-jähriger Kosovare von Vollzugsbeamten in seiner Zelle in der JVA Berggrub bei Landshut überwältigt. Er wird am Boden fixiert, als er plötzlich einen Herz- und Atemstillstand erleidet.

Der Vorfall hat sich im Mai vor einem Jahr ereignet und sorgte für Aufsehen. Gegen acht Beamten wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Gestern wurden die Ermittlungen eingestellt.

Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, ergab die Obduktion, dass der 28-Jährige an einem „lagebedingten Erstickungstod“ starb. Ursache dafür sei sowohl die körperliche Auseinandersetzung als auch die Fixierung gewesen. Den Beamten könne aber „kein strafrechtlich relevanter Vorwurf“ gemacht werden.

In Untersuchungshaft saß der 28-Jährige, weil er in einem Lufthansa-Jet am Münchner Flughafen eine Stewardess als Geisel genommen haben soll. Er randalierte in der Zelle, wobei er die Fensterscheiben zerschlug und sich mit Glasscherben Verletzungen zufügte. Um zu verhindern, dass er sich weiter Schaden zufügt oder Suizid begeht, betraten zwei Beamte die Zelle und fixierten ihn. Der Tod des 28-Jährigen sei äußerst bedauerlich, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Hildegard Bäumler-Hösl. Doch die Beamten hätten keine andere Wahl gehabt: „Wenn sie nichts unternommen hätten, wäre er womöglich verblutet.“ 

 

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