Nach stundenlanger Sperrung Stammstrecke frei! - Linien wieder auf Regelweg

Erich Brzosa, der Leiter der DB Netz AG für den Großraum München (l.) mit einem Polizeibeamten, der die Jacke in der Hand hält, die für die Stammstreckensperrung verantwortlich ist. Foto: Linda Jessen

Eine herumfliegende Jacke sorgte am Dienstagmorgen für eine Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke. Die Reparaturarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen und sämtliche S-Bahnen-Linien fahren wieder auf dem Regelweg.

 

München - Techniker der Deutschen Bahn haben herausgefunden, dass eine herumfliegende Jacke der Grund für den Kurzschluss und der daraus folgenden Stammstreckensperrung war. Die Mitarbeiter gehen davon aus, dass die Jacke schon am Ostbahnhof auf dem Zug gelandet sei, zwischen Rosenheimer Platz und Isartor wurde sie dann in die Luft gewirbelt, wo sie sich zwischen Stromabnehmer und Oberleitung verfing. Der dadurch entstandene Kurzschluss sorgte dann seit 6:30 Uhr für enormes Chaos in Münchens S-Bahn-Netz.

Wegen einer Oberleitungsstörung auf der Stammstrecke in München haben am Dienstagmorgen Zehntausende Pendler vergeblich auf ihren Zug gewartet.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, kam es gegen 6.30 Uhr zu einem Kurzschluss und Rauchentwicklung an der Oberleitung. Zwischen Stachus und Hauptbahnhof sind mehrere Aufhängungen beschädigt

Deswegen wurde der S-Bahnverkehr auf der Stammstrecke bis auf Weiteres eingestellt. Die S-Bahnen des 10-Minuten-Taktes entfallen auf allen Linien. Wie die restlichen S-Bahnen so lange verkehren, sehen Sie unten. Die Reparaturarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, jedoch muss noch mit längeren Verzögerungen im Betriebsablauf gerechnet werden.

Die ersten S-Bahnen können laut DB wieder ab 13:00 Uhr auf der Stammstrecke fahren, wenn der defekte Zug abtransportiert wurde. Bis 15:30 Uhr soll der S-Bahn-Betrieb wieder geregelt laufen.

„Wir bedauern, dass die Fahrgäste diese Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen mussten. Diese Damenjacke hat einen großen Schaden angerichtet. Die Polizei wird die Ermittlungen aufnehmen, " sagte Erich Brzosa der Leiter der DB Netz-AG.

Die Bahn musste zur Reparatur einen sogenannten Turmtriebwagen an die beschädigten Oberleitungsstellen am Hauptbahnhof und am Isartor einsetzen. Auch der Stromabnehmer auf dem Dach einer S-Bahn war nach dem Kurzschluss abgebrannt. Dieser Zug muss mit einer Diesellok aus dem Tunnel in das Werk Steinhausen geschleppt werden.

Während der Sperrung waren fünf S-Bahnen im Stammstreckentunnel eingeschlossen. Die Reisenden konnten zwar an den Bahnhöfen diese Züge verlassen, aber sie fehlten im Zugverkehr. Dadurch kam es auf den anderen Strecken auch zu Zugausfällen.

Mittlerweile fahren alle S-Bahn-Linien wieder auf dem Regelweg - die Stammstrecke ist wieder frei!

Der Fern- und Regionalverkehr ist nicht betroffen. Fahrgäste wurden gebeten, auf U-Bahnen und Regionalzüge umzusteigen.

 

 

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