Nach Sieg bei Song Contest Conchita Wurst: Morddrohung gegen ESC-Star

Österreichs Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst spaltet Europa. Zur Bewunderung kommt der Hass auf die homosexuelle Travestiekünstlerin  - und sogar Morddrohungen, wie Conchita jetzt bestätigt hat.

Wien - Mit dem Lied "Rise Like a Phoenix" hat Conchita Wurst am Samstagabend den Eurovision Song Contest gewonnen - und dabei auch ein Zeichen gegen Homophobie und Intoleranz gesetzt. Weltweit ist die 25 Jahre alte Künstlerin dafür gefeiert worden, überschlug sich das Lob für Conchitas mutigen Auftritt. Doch neben all der Sympathie sieht sich Conchita Wurst auch mit zahlreichen negativen Reaktionen konfrontiert - bis hin zu Morddrohungen, wíe sie jetzt dem Online-Portal oe24.at bestätigte.

„Ja, es stimmt. Ich bekomme leider ständig Morddrohungen. Dazu kommen noch die ganzen Hass-Postings“, wird Conchita auf der Website zitiert. Und oe24.at nennt dazu auch erschütternde Details. So heißt es etwa auf dem Facebook-Portal "Nein zu Conchita"  unter anderem „Hau di vorn Zug“ oder „Weg mit dem oder der“. Ein noch heftigerer Post befindet sich auf der Seite eines ägyptischen Rappers aus Graz: „Die gehören alle ab­geschlachtet“ oder „Das sind doch alles Missgeburten“.

Die offizielle Politik in Österreich findet unterdessen zunehmend Gefallen an der Dragqueen. Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann und Kulturminister Josef Ostermayer (beide SPÖ) wollen Wurst am Sonntag im Kanzleramt empfangen, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Möglicherweise werde sie sich auch auf dem Balkon des Kanzleramts den Fans zeigen. Am Abend soll Wurst dann ein Konzert vor dem Kanzleramt geben.

Der Travestie-Künstler Tom Neuwirth alias Conchita Wurst hatte Österreich nach 1966 mit Udo Jürgens den zweiten Sieg bei dem traditionsreichen Liederwettbewerb beschert. Vor dem ESC-Erfolg war Wurst auch in ihrer Heimat Anfeindungen ausgesetzt.

 

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