Nach schwerer Kritik am FC Bayern Bayerns Saudi-Arabien-Reise: Zuspruch aus Dortmund

BVB-Präsident Reinhard Rauball (l.) zeigt teilweise Verständnis für den FC Bayern. Foto: dpa

Liga- und BVB-Präsident Reinhard Rauball zeigt teilweise Verständnis für das Gastspiel des FC Bayern in Saudi-Arabien und konfrontiert die Politiker mit den Rüstungsexporten.

München – Nach all der Kritik an der umstrittenen Saudi-Arabien-Reise des FC Bayern haben Liga-Präsident Reinhard Rauball und DFB-Vizepräsident Rainer Koch die Münchner in Schutz genommen. "Man wird die Einhaltung der Menschenrechte nicht dadurch erreichen, indem man bestimmte Länder ignoriert und nicht mehr besucht", sagte Rauball in der "Bild". "Der Fußball hat eine globale Strahlkraft, die er auch in Saudi-Arabien im Sinne unserer Werte nutzen sollte. Dies sollte im Dialog vor Ort geschehen."

Ähnlich sah es Koch. "Ich bin der Meinung, dass Gesellschaften sich am ehesten dann verändern, wenn man versucht, sie zu öffnen. Luft und Gedanken von außen reinzubringen", sagte der DFB-Vizepräsident.

Rauball, der auch Präsident von Borussia Dortmund ist, fügte hinzu: "Der FC Bayern ist weltweit bekannt für sein soziales Engagement. Pauschale Verurteilungen sind daher unangebracht." Er habe mit Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gesprochen. "Und ich finde es richtig, wenn der Club einräumt, dass man einige Dinge hätte besser machen können - und dies künftig entsprechend umgesetzt wird", meinte der Jurist. Die Fans in Saudi-Arabien wollten "den FC Bayern live sehen und freuen sich auf den Besuch eines der besten Teams der Welt. Will man das den Menschen in Saudi-Arabien wirklich nehmen?"

Neben dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger - "Bei den Bayern schlägt Kommerz Ethik" - hatten auch zahlreiche Politiker das Gastspiel des FC Bayern im demokratiekritischen Königreich, in dem die Bayern auf ihrer Rückreise aus dem Trainingslager in Katar ein Testspiel gegen Al-Hilal in Riad (4:1) bestritten hatten, schwer kritisiert.

Hierfür fehlt Rauball teilweise das Verständnis. "Im Jahr 2012 hat die Bundesregierung Rüstungsexporte von Deutschland nach Saudi-Arabien im Wert von 1,2 Milliarden Euro genehmigt", merkte Rauball an. "Mir ist nicht bekannt, inwieweit bei diesen Geschäften die Einhaltung der Menschenrechte nachgewiesen worden ist. Vom Fußball wird das aber verlangt. Dabei ist klar, dass der Fußball alleine das Problem nicht lösen kann."

 

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