Nach schwerem Sturz Degenkolb wohl mit Glück im Unglück

Hat aktuell nicht viel zu lachen: John Degenkolb. Foto: firo/Augenklick

Die Radsport-Saison ist noch jung, und schon sind schlimme Stürze zu beklagen. Erwischt hat es auch John Degenkolb. Die Konsequenzen für seine Saisonplanung sind möglicherweise schwer.

 

Valencia - Die geliebten Frühjahrsklassiker droht er zu verpassen, und doch hat John Degenkolb bei seinem schweren Trainingsunfall in Spanien offensichtlich Glück im Unglück gehabt. Ein Verlust seines linken Zeigefingers sei "aktuell kein Thema", wie Teamchef Iwan Spekenbrink vom Radrennstall Giant-Alpecin der Deutschen Presse-Agentur am Montag sagte.

Degenkolb und fünf weitere Fahrer waren am Samstag frontal von einem auf der falschen Seite fahrenden Auto erfasst worden. "Das war ein Riesenschock für uns alle. Es wird uns einige Monate zurückwerfen, aber wichtig ist jetzt nur, dass die Fahrer gut betreut werden", betonte Spekenbrink.

Schnittwunden, Armbruch und ein fast abgerissener Zeigefinger

Degenkolb hatte sich bei dem Unfall den Zeigefinger fast abgerissen, außerdem erlitt er einen Unterarmbruch und mehrere Schnittwunden. Nachdem er in Spanien operiert worden ist, wartet der 27-Jährige nun auf die Rückfluggenehmigung nach Deutschland. Dort soll er wahrscheinlich im BKA-Krankenhaus in Hamburg weiterbehandelt werden.

Ob Degenkolb am 19. März seinen Sieg beim Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo verteidigen kann, ist äußerst ungewiss. "Es ist zu früh, um zu spekulieren. Wir müssen aber auch mit dem Szenario rechnen, dass es nicht klappt", sagte Spekenbrink. Im vergangenen Jahr hatte Degenkolb neben Mailand-Sanremo auch den in diesem Jahr am 10. April stattfindenden Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix gewonnen.

Nicht nur Degenkolb verletzt sich

Neben Degenkolb befindet sich auch der Amerikaner Chad Haga in Spanien im Krankenhaus, wo er wegen einer Augenhöhlenfraktur noch operiert werden soll. Max Walscheid aus Neuwied (Schienbein- und Daumenbruch), der Franzose Warren Barguil (Kahnbeinbruch), der Schwede Fredrik Ludvigsson (Prellungen am ganzen Körper) und der Niederländer Ramon Sinkeldam (Schnitt- und Schürfwunden) haben bereits die Heimreise angetreten.

Leidensgenosse Haga hat indes seinen Humor wiedergefunden. "Technik zum Gewichtsverlust für die schlecht Beratenden: Schlage dein Gesicht auf ein Auto und du wirst tagelang nicht essen", schrieb der Amerikaner auf Twitter. Neben der Augenhöhlenfraktur hatte Haga auch zahlreiche Prellungen und Schnittwunden erlitten. "Wer sagt 'Gehe mit dem Gesicht voran', ist ein Idiot", twitterte Haga weiter und hatte auch eine Nachricht für die Dopingkontrolleure parat: "Ich sollte meine Whereabouts aktualisieren, aber ich bezweifele, dass der Raum mit den blauen Wänden ihnen weiterhilft. Ich kenne auch ihre Politik bei Kathetern nicht."

 

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