Nach Rücktritt wegen Edathy Bushido pöbelt Minister Friedrich hinterher

Als dieses Foto mit Innenminister Friedrich entstand, war Skandal-Rapper Bushido noch Integrations-Vorzeigebeispiel für die Politik. Foto: Instagram

Nach dem Rücktritt von Agrarminister Hans-Peter Friedrich im Fall Edathy meldet sich auch Skandalrapper Bushido zu Wort: "Endlich ist er weg", schreibt er dem CSU-Mann hinterher.

 

Berlin - Die Kinderporno-Vorwürfe gegen den SPD-Politiker Sebastian Edathy haben die große Koalition in eine Krise gestürzt. Weil Hans-Peter Friedrich (CSU) als damaliger Innenminister während der Koalitionsverhandlungen Ende 2013 SPD-Chef Sigmar Gabriel über den Verdacht gegen Edathy informiert hatte, musste er am Freitag zurücktreten.

Jetzt gibt in der Debatte, die ganz Deutschland beschäftigt, auch Skandal-Rapper Bushido seinen Senf dazu: Er postete ein Bild von sich und Friedrich auf Instagram, mit der Bildunterschrift "Endlich ist er weg", versehen mit dem Hashtag "#pädophilewerdengedeckt". Das Foto war beim Sommerfest des Wirtschaftsflügels der Unionsfraktion 2012 entstanden. Damals hatte Bushido ein Praktikum bei einem CSU-Bundestagsabgeordneten absolviert und sogar einen Integrationsbambi gewonnen.

Weil später Gerüchte kursierten, dass Bushido in mafiöse Strukturen rund um den kriminellen Abou-Chaker-Clan verstrickt sei, distanzierte sich Friedrich später von dem Foto. Noch mehr Ärger gab's für Bushido 2013 für sein Lied "Stress ohne Grund", in dem er über Tötungsfantasien gegen Politiker wie Claudia Roth (Grüne) rappt. Außerdem enthält das Lied schwulenfeindliche Passagen.

Der Song steht inzwischen auf dem Index, außerdem hatte die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung erhoben. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hob diese Anklage mit Hinweis auf die Kunstfreiheit später wieder auf.

Nun sorgt Bushido, der vor wenigen Tagen sein neues Album "Sonny Black" veröffentlicht hat, wieder für Gesprächsstoff. Auch auf Twitter meldete er sich zu dem Verdacht gegen Sebastian Edathy und dem Friedrich-Rücktritt zu Wort.

"Bundesregierung, Steuerhinterziehung und Pädophilie. Fühlt man sich ja wie im Deutschrap", twitterte er.

 

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