Nach Pleite gegen Juventus Turin Bayern in den USA: Was Hoffnungen und Sorgen macht

Bayern-Trainer Niko Kovac beim Spiel seiner Mannschaft gegen Juventus Turin. Foto: imago/ZUMA Press

Der FC Bayern verliert 0:2 gegen Juventus Turin. Javi Martínez muss angeschlagen raus. Die AZ erklärt, was Sorgen und Hoffnung macht.

 

Philadelphia - Ortswechsel kommen manchmal ja recht gelegen im Leben – erst recht nach Enttäuschungen. Mit der 0:2-Niederlage gegen Juventus Turin, der ersten Pleite unter dem neuen Trainer Niko Kovac, konnten sich Spieler und Verantwortliche des FC Bayern gar nicht lang aufhalten. Bereits am Donnerstagnachmittag ging es für den Tross des Meisters zur zweiten Station der USA-Reise. Der Sonderflieger QR7453 brachte die Bayern von Philadelphia aus ins sonnige Florida, für 16.40 Uhr Ortszeit war die Landung in Miami geplant. (Hier geht's zum AZ-Newsblog der USA-Reise)

"Wir haben jetzt noch drei Tage, die wir sinnvoll nutzen werden", kündigte Trainer Niko Kovac an. Am Samstag treffen die Bayern auf Manchester City um Ex-Coach Pep Guardiola, und für ein gelungenes Fazit der Reise braucht es dringend einen Sieg. Was im Vergleich zum Juve-Spiel besser werden muss – und was Hoffnung macht: Eine Analyse der AZ.

FC Bayern: Was Sorgen macht

Personell gab es gegen Juve einen Schreckmoment in der ersten Halbzeit. Javi Martínez musste verletzt ausgewechselt werden, weil der Turiner Doppeltorschütze Andrea Favilli unglücklich auf ihn drauf gestürzt war. "Er hat eine Muskelquetschung", sagte Kovac. "In dem Moment, in dem er hinfiel, ist ihm der Gegner draufgefallen, so dass er dort Schmerzen verspürt. Wir haben ihn vorsichtshalber rausgenommen." Muskulär sei "nichts kaputtgegangen", so der Coach weiter: "Es war eine Vorsichtsmaßnahme. Ich gehe davon aus, dass es in ein, zwei Tagen wieder geht." Eine Untersuchung bei Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Martínez verließ das Stadion mit einem Verband am rechten Bein.

Ärgerlich waren zudem die individuellen Fehler, die Juve beide Tore ermöglichten – und die auf der anderen Seite Bayern-Treffer verhinderten. Im Dauerregen von Philadelphia rutschte die Kovac-Elf mehrmals aus. Vor dem 0:1 durch Favilli spielte Bayerns Youngster Josip Stanisic einen schlampigen Rückpass auf Sven Ulreich, der Keeper leitete den Ball dann per missglücktem Befreiungsschlag direkt zum Gegner weiter – und Juve nutzte die Chance eiskalt (32.). Auch beim zweiten Tor patzten die Bayern, als die Abwehr bei einem Steilpass zu weit aufgerückt war. Wieder vollendete Favilli (40.). "Wir hatten beim ersten Tor eine Verkettung von Fehlern, das war ein Geschenk", sagte Kovac. "Beim zweiten Gegentor haben wir auf Abseits gespielt, wo man nicht auf Abseits spielen darf."

In der Chancenverwertung zeigten die Bayern ebenfalls Schwächen. In der ersten Halbzeit vergaben Marcel Zylla (8.) und Serge Gnabry (26.) gute Möglichkeiten, in der zweiten Hälfte verfehlte der eingewechselte Südkoreaner Jeong Woo-Yeong (58.) aus kurzer Distanz das leere Tor. "Die letzte Konzentration hat gefehlt", kritisierte Kovac: "Ein Tor hätten wir machen müssen."

FC Bayern: Was Hoffnung macht

Die Vielzahl der Bayern-Chancen zeigte: Insgesamt lief das Offensivspiel schon ganz rund, speziell in der ersten Halbzeit. "Chancen muss man sich erstmal herausspielen. Das haben wir getan", sagte Kovac. Der Coach sah weiter "viele gute Sachen. Körperlich war das gut – von beiden Mannschaften, die ich habe spielen lassen. Wir haben aggressiv nach vorne verteidigt und wir haben versucht, schnell in Ballbesitz zu kommen." Auch mit der Leistung der Youngster war Kovac zufrieden: "Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir gegen eine Topmannschaft wie Juventus mithalten können, trotz der Tatsache, dass wir sehr viele junge Spieler am Start hatten."

Verheißungsvoll verlief das Startelf-Debüt von Serge Gnabry. Der Außenstürmer deutete in der ersten Halbzeit mit einigen Dribblings an, dass er eine Waffe sein kann. Der 23-Jährige sei eine "große Hoffnung für uns", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic: "Er ist ein Spieler, der besondere Stärken hat: Speed, Power. Ich erwarte mir besonders viel von ihm – ohne ihn unter Druck zu setzen. Aber es ist Zeit, Gas zu geben und das macht er." Gnabry soll nach seiner schweren Adduktorenverletzung langsam herangeführt werden, doch Salihamidzic ist optimistisch, dass der Neue Bayern verstärken wird: "Geben wir ihm ein bisschen Zeit, aber er wird schon gute Leistungen bringen, da bin ich mir sicher." Auch in Miami?

 

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