Nach Öffentlichkeitsfahndung 100.000-Euro-Geige wieder da - Täter stellt sich

Den Besitzern der Geige fiel ein Stein vom Herzen, als sie die wertvolle Fidel erkannten. Foto: Bundespolizei

Da ist ja nochmal alles gutgegangen: Die wertvolle Geige, die eine Frau in der S-Bahn vergessen hatte und die dann ein Mann einfach mitgenommen hat, ist aufgetaucht. Aufgrund des hohen Fahndungsdrucks stellte sich der Täter.

 

München - Die Familie, in dessen Besitz sich die wertvolle "Landolfi"-Geige die letzten 25 Jahre befand, kann aufatmen: Das ca. 100.000 Euro wertvolle Instrument konnte noch am Freitagabend sichergestellt werden.

Wie die Bundespolizei am Samstag mitteilte, war es letztlich der große öffentliche Druck, der durch die Fahndungsbilder, die am Freitag veröffentlicht wurden, entstanden war, der zur wertvollen Geige und zum Täter führte.

Schon kurz nach Veröffentlichung der Bilder des unbekannten Mannes gingen erste, ernstzunehmende Hinweise bei der Bundespolizei ein. Bis zum Abend waren es über einhundert Anrufe von Bürgern, die Angaben zur gesuchten Person machten.

Die rund 250 Jahre alte "Landolfi"-Geige war am 16. April in einem Geigenkasten samt Saiteninstrument, Geigenbögen, Schulterstütze und Kolofonium, in der Gepäckablage der S6 von München nach Starnberg von der Schwiegertochter der Besitzerin vergessen und dann von einem unbekannten Mann mitgenommen worden und blieb anschließend verschwunden.

Der Täter meldete sich bei der Polizei

Bevor die Ermittler der Bundespolizei den Gesuchten endgültig identifizieren konnten, meldete sich am Freitagabend ein 35-Jähriger aus Berg am Laim, der zugab, der Gesuchte zu sein. Ein Freund habe ihm von der Fahndnung nach ihm erzählt.

Beamte der Landes- und Bundespolizei besuchten den Mann kurz darauf in seiner Wohnung. Der 35-Jährige übergab die Geige samt der anderen Utensilien im Gesamtwert von rund 120.000 Euro und gestand deren Mitnahme sofort. Laut eigener Aussage habe er nicht gewusst, wie wertvoll die Geige ist. Er habe einfach erstmal die Gelegenheit genutzt und sich später Gedanken zum weiteren Vorgehen machen wollen.

Der Besitzerin fällt ein Stein vom Herzen

Am Samstagmorgen konnten die Beamten die Eigentümer der Geige mit dem klingenden Namen "Carlo Ferdinando Landolfi nella Contrada di Santa Margarita al segno della Sirena Milano 1758" informieren. Mutter und Sohn (Brigitte und Korbinian Altenberger) mussten sich daraufhin nur noch auf der Wache am Hauptbahnhof von der Echtheit der Geige  überzeugen. Der 65-jährigen Frau aus Seefeld-Hechendorf fiel "ein Stein vom Herzen", als sie die unbeschädigte "Landolfi" erkannte.

Die Rentnerin war sichtlich angetan von dem schnellen Erfolges der Öffentlichkeitsfahndung, von der Arbeit der Polizei und natürlich auch von der Unterstützung der vielen Bürger, die sich gemeldet hatten. Das wertvolle Saiteninstrument konnte sie allerdings nicht gleich mit nach Hause nehmen. Es muss erst durch die Staatsanwaltschaft freigegeben werden.

Der 35-Jährige Täter konnte nach seiner Vernehmung die Wache wieder verlassen. Er wird sich nun wegen Diebstahls bzw. Unterschlagung strafrechtlich verantworten müssen.

In Bezug auf einen möglichen Finderlohn, bzw. wem er zustehen könnte, muss die Bundespolizei nun alle eingegangenen Erkenntnisse auswerten.

 

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