Nach Morddrohungen gegen Pfarrer Ebersberg: Rassistischer Rentner am Montag vor Gericht

Um ihn geht es: Der zurückgetretene Zornedinger Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende. (Archivbild) Foto: dpa

Er kommt um seinen Prozess nicht herum. Nachdem er zum ersten Termin nicht erschienen war, muss sich ein Rassist ab Montag wegen Volksverhetzung und Bedrohung vor Gericht verantworten. Der Rentner soll dem dunkelhäutigen Pfarrer von Zorneding mit Mord gedroht haben.

 

Ebersberg - Im zweiten Anlauf muss sich ein als Rassist bekannter Rentner wegen Morddrohungen gegen den dunkelhäutigen Ex-Pfarrer von Zorneding am Montag (7. November) vor Gericht verantworten. Der 74-Jährige ist wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung angeklagt. Er soll dem aus dem Kongo stammenden katholischen Geistlichen zwischen November 2015 und März 2016 mindestens zwei Schreiben mit ausländerfeindlich motivierten Morddrohungen geschickt haben. Der Mann aus München ist schon mehrfach als Rassist in Erscheinung getreten.

Angeklagter erscheint nicht zum Prozess

Eigentlich hätte der Prozess am Amtsgericht Ebersberg schon am 18. Oktober sein sollen. Doch der Angeklagte erschien nicht. Daraufhin erließ die zuständige Richterin Haftbefehl gegen den Rentner. Zwei Tage später wurde der zunächst unauffindbare Mann gefasst. Zum Prozess ist als Zeuge auch der mit Mord bedrohte Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende geladen.

Die rassistische Hetze gegen den damaligen Pfarrer von Zorneding bei München hatte bis ins Ausland hohe Wellen geschlagen. Der 67-Jährige trat daraufhin als Pfarrer zurück und forscht nun an der Katholischen Universität in Eichstätt zu Flucht, Vertreibung und Asyl. Auslöser der Bedrohungen waren fremdenfeindliche Äußerungen der Zornedinger Gemeinderätin Sylvia Boher (CSU) gewesen, die der Pfarrer scharf verurteilte. Daraufhin gingen Drohbriefe im Pfarramt ein.

In einem Interview bekannte Ndjimbi-Tshiende kürzlich, dass die Drohungen gegen ihn sehr konkret waren. "Wir kennen das Kennzeichen deines Autos, wir wissen, wo du wohnst, wir wissen auch, wohin du gehst, kennen deine Wege", hieß es in einem der Schreiben.

 

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