Nach monatelanger Fahndung Polizei schnappt Münchner Fahrschul-Diebe in Österreich

Die Polizei fand den gestohlenen BMW 3er und 1er in einem Graben liegend in Österreich. Foto: Fahrschule M1/Polizei

Im August 2015 waren Unbekannte in eine Fahrschule in Trudering eingebrochen und hatten mehrere Autos gestohlen. Jetzt konnten die Täter dank guter internationaler Zusammenarbeit geschnappt werden.

 

Trudering – Die fünf Männer waren an einem Wochenende zunächst in die Räumlichkeiten der Fahrschule M1 eingestiegen und hatten sich dort Zweitschlüssel zu fünf Autos besorgt: zwei BMW 1er, ein BMW 3er, ein VW Golf, ein VW Golf Sportsvan. Ursprünglich hatten die Täter es wohl auch auf einen Porsche abgesehen, doch den mussten sie auf Grund eines technischen Defekts stehen lassen.

Über den Fuhrpark der Fahrschule hatten die Täter sich zuvor genau informiert: Der mutmaßliche Haupttäter hatte seine Freundin als vermeintliche Fahrschülerin dorthin geschickt.

Noch bevor die Besitzer der Fahrschule den Einbruch bemerkten, hatten die Diebe auf ihrer Flucht bereits einen spektakulären Unfall gebaut: In Melk, mitten in Österreich, hatten sie zwei der Autos in den Graben gesetzt und waren anschließend abgehauen.

Wie es zu diesem Unfall kam, ist durchaus als kurios einzustufen: Die Diebe wurden mitsamt der Autos auf einem österreichischen Autobahnparkplatz von der Polizei kontrolliert. Da die Fahrzeuge zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht als gestohlen gemeldet waren, verlief die Kontrolle für die Diebe harmlos. Dennoch bekamen sie es daraufhin offenbar mit der Angst zu tun und entschieden sich, über die weniger stark frequentierte Landstraße weiterzufahren. Dort waren sie jedoch viel zu schnell unterwegs und verloren in einer Kurve die Kontrolle über zwei der Fahrzeuge und landeten schließlich im Graben.

Die österreichische Polizei ging daher zunächst auch nur von einem klassischen Unfall mit Unfallflucht aus und erkannte erst im Laufe der Ermittlungen, dass sie einem Diebstahl-Delikt aus Deutschland auf der Spur war.

Aufgrund der guten Spurensicherung durch die österreichische Polizei und durch Hinweise, die bei der Durchsuchung der beiden Unfallfahrzeuge gefunden wurden, kamen die Ermittler schließlich vier Männern im Alter zwischen 18 und 47 Jahren auf die Schliche.

Täter verantwortlich für weitere Autodiebstähle

Bereits im Oktober wurde bei einem Verdächtigen, der in Deutschland lebt, die Wohnung durchsucht. Die übrigen Tatverdächtigen konnten zunächst nicht ergriffen werden.

Schließlich klickten die Handschellen dann aber doch: In Österreich konnten die restlichen Täter inklusive des mutmaßlichen Anführers der Bande verhaftet werden. Sie wurden mittlerweile nach Deutschland überstellt.

In ersten Vernehmungen haben die Beteiligten den Fahrschulen-Diebstahl bereits grundsätzlich eingeräumt. Darüber hinaus konnte die Polizei ihnen noch zwei weitere Pkw-Diebstähle aus einer anderen Münchner Fahrschule nachweisen. Der Haupttäter ist zudem noch für einen Münchner Mercedes-Diebstahl aus dem Frühjahr 2015 und einen Kfz-Kennzeichen-Diebstahl verantwortlich. Zudem waren einige der Täter offenbar auch als Schleuser tätig.

Alle fünf Männer befinden sich aktuell in Untersuchungshaft.

Der genaue Verbleib der Fahrzeuge ist – bis auf ein weiteres in der Nähe von Budapest aufgefundenes Fahrzeug – weiter unbekannt. Sie wurden jedoch alle in Richtung Südosten außer Landes gebracht.

 

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