Nach Millionenschaden Darum entgleiste der Güterzug in Riem

, aktualisiert am 02.05.2018 - 15:52 Uhr
Ein sogenannter "Hemmschuh" (kleines Bild) war offenbar für den entgleisten Zug in Riem verantwortlich. Foto: Thomas Gaulke/Bundespolizei

Am Samstag entgleiste in Riem ein Güterzug und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Nun ist der Grund für den Unfall klar: Auf den Schienen waren sogenannte "Hemmschuhe" angebracht, welche die Lok von den Gleisen hob.

 

München - Ein sogenannter "Hemmschuh" ist der Grund dafür, dass am Samstagmorgen in Riem der Güterzug entgleiste. Dies teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit.

Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass die "Hemmschuhe" vor dem Anfahren pflichtwidrig nicht von den Gleisen entfernt wurden. Bei einem "Hemmschuh" handelt es sich um ein keilförmiges Gerät aus Metall, welches auf den Gleisen platziert wird, um einen Zug zu stoppen.

Zugunfall in Riem: Rund vier Millionen Euro Schaden

Bei der Anfahrt des entgleisten Güterzugs habe sich der erste Containerauflieger mit dem Keil verkantet, wodurch mehrere Drehgestelle aus der Spur gehoben wurden. In letzter Konsequenz wurde die Lok aus der Spur gehoben, wodurch Schienen, Schwellen, Weichen, Schienenschrauben, Weichenmotor, Betriebskabel und das Schotterbett zerstört wurden. Der Gesamtschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf rund vier Millionen Euro.

Die genaue Schuldfrage ist noch ungeklärt, da zum Zeitpunkt des Unfalls mehrere Mitarbeiter für die Abfertigung des Zuges verantwortlich waren. Die Bundespolizei ermittelt nun gegen die am Betriebsablauf verantwortlichen Mitarbeiter wegen Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Dass betriebsfremde Personen die "Hemmschuhe" an den Gleisen angebracht haben gilt als "nahezu ausgeschlossen".

Die spektakulären Bergungsarbeiten des Zuges sind mittlerweile abgeschlossen. Aufgrund der Instandsetzungsarbeiten im Gleisbereich ist der Zugverkehr am Mittwochmorgen zumindest eingleisig wieder angelaufen.

 

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