Nach Meniskusschaden Martínez vor Comeback: Da kommt was Großes!

Zuversichtlich, was seine Rückkehr auf´s Spielfeld angeht: Bayern-Verteidiger Javi Martinez. Foto: dpa

Javi Martínez drängt vor der heißen Saisonphase zurück ins Team. Robben freut’s: "Er hat in den großen Spielen gezeigt, wie wichtig er ist".

 

München - Arjen Robben grinst, als habe er gerade mal wieder zwei Gegenspieler auf der rechten Außenbahn genarrt, mit diesem alten, aber doch so wirkungsvollen Trick, wenn der Niederländer nach innen zieht und dann mit seinem linken Fuß ins lange Eck schießt.

So wie neulich in Turin beim 2:2 gegen Juventus, als Robben auf diese Weise das zwischenzeitliche 2:0 für den FC Bayern besorgt hatte. "Wir sind in der Rückrunde und jetzt kommen die wichtigen Spiele", sagt Robben, seine Augen funkeln: "Ich liebe diese Spiele, dafür lebt man. Das sind die besonders schönen Momente. Dafür machst du alles."

Die großen, wichtigen Spiele – sofort denkt man bei Robbens Satz auch an einen Mitspieler des Angreifers, der gerade drauf und dran ist, sich vor der heißen Saisonphase wieder ranzukämpfen ans Team von Pep Guardiola: Javi Martínez. Der Spanier, überragender Bayern-Spieler im Champions-League-Finale 2013 und auch ein Jahr später im nationalen Cup-Endspiel gegen den BVB, neben Robben einer der Experten für die entscheidenden Momente, steht nach seiner Meniskus-OP vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. Robben sagt, das sei "sehr wichtig". Auf AZ-Nachfrage erklärt er: "Javi hat in den großen Spielen gezeigt, wie wichtig er ist. Es ist gut, dass wir da hinten wieder einen Extra-Mann haben."

Martínez sorgt für Entspannung in der Bayern-Defensive

In der Innenverteidigung hatten zuletzt Joshua Kimmich und David Alaba ein höchst respektables Bild abgegeben, doch eine baldige Martínez-Rückkehr wird nicht nur von Robben herbeigesehnt. Zwar dürfte das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League am kommenden Mittwoch gegen Juventus für den 27-Jährigen noch zu früh kommen, doch spätestens in einem möglichen Viertelfinale der Königsklasse (5. bis 13. April), wäre der Spanier, den Guardiola „Kämpfer“ nennt, wohl einsatzfähig. Falls er in den kommenden Wochen endlich mal von Verletzungspech verschont bleibt.

Sein einziges Spiel in diesem Jahr bestritt Martínez beim Rückrundenstart in Hamburg (2:1), anschließend musste er sich in Barcelona bei Dr. Ramon Cugat einen kleinen Meniskusschaden im linken Knie beheben lassen. Zuvor, in weiten Teilen der Hinrunde, agierte er an der Seite von Jérôme Boateng auf Top-Niveau, bis zum Winter mussten die Bayern in der Liga – auch dank Martínez – nur acht Gegentreffer hinnehmen.

Und sogar offensiv war der Spanier entscheidend: Beim Auswärtsspiel auf Schalke (3:1) traf er per Kopf zum zwischenzeitlichen 2:1, eine Woche später leistete er mit einem Volleypass die sehenswerte Vorlage für Kingsley Coman zum 2:0 gegen Hertha BSC. Martínez’ Leistungen wurden honoriert – mit einer Vertragsverlängerung bis 2021.

"Pep macht einen Spieler besser, er hat mir geholfen, den Fußball besser zu verstehen", sagte Martínez vor Jahreswechsel der katalanischen Zeitung "Ara". Etwa "200 Videos" habe Guardiola ihm gezeigt, "er hat mich gelehrt, die Rolle des Innenverteidigers ganz anders zu spielen als unter Marcelo Bielsa, bei dem ich Manndeckung gespielt hatte." Als Martínez 2012 von Athletic Bilbao, wo er unter Coach Bielsa zum Nationalspieler aufgestiegen war, zu den Bayern kam, wurde er von Jupp Heynckes als Sechser eingesetzt.

Mit großem Erfolg, in der Triple-Saison war Martínez einer der wichtigsten Spieler. Doch mit der Verpflichtung Guardiolas änderte sich für den 1,90-Meter-Mann (fast) alles.

Vom Rückkehrer zum Führungsspieler?

"Javi irrt kopflos umher, er wird von Guardiola ständig korrigiert. Die Gehirnwäsche ist total", hieß es in der Biografie "Herr Guardiola – Das erste Jahr mit Bayern München" von Marti Perarnau. Für Martínez war Guardiolas Ansatz zunächst ein Kulturschock, doch zweieinhalb Jahre und etliche Verletzungen (u.a. Kreuzbandriss) später haben die beiden zusammengefunden.

Gerade noch rechtzeitig vor Guardiolas Abschied im Sommer könnte Martínez die Führungsrolle einnehmen, die sich sein Trainer von Anfang an von ihm gewünscht hat – und damit der zuletzt etwas klein gewachsenen Verteidigung Länge geben. Da kommt was Großes!

Und das sogar doppelt: Am Donnerstag absolvierte Martínez’ Abwehrkollege Boateng erstmals nach seiner Muskelverletzung wieder ein Lauftraining. Seine Rückkehr wird für Mitte April erwartet. Auch dann warten ja noch ein paar wichtige Spiele.

 

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