Nach Länderspielpause Bayern schon fast (Transfer-) Meister

Gute Geldanlage: Mit Douglas Costa (l.) und Arturo Vidal verfügt Trainer Pep Guardiola über Alternativen im Mittelfeld. Foto: firo/Augenklick

Die Münchner müssen mal wieder ohne Ribéry und Robben auskommen. Auch dank kluger Einkaufspolitik gibt es Alternativen. Lahm sagt: „Jeder, der Franck abschreibt, macht einen Fehler.“

 

München - Ab heute geht’s wieder rund an der Säbener Straße. Nach dem trainingsfreien Mittwoch erreicht die Anzahl der Profis in Pep Guardiolas Trainingsgruppe wieder Mannschaftsstärke. Die Internationalen sind von ihren Länderspielreisen zurück beim FC Bayern.

Mit im Gepäck haben sie zahlreiche Tore, Assists und Erfolge. Thomas Müller und Robert Lewandowski gelangen in zwei Spielen jeweils drei Treffer und eine Vorlage. Mario Götze kehrt von seiner Erholungskur beim Nationalteam mit frisch aufgetanktem Selbstvertrauen und zwei Treffern nach München heim. Joshua Kimmich verwandelte beim lockeren 3:0 der U21 in Aserbaidschan einen Elfmeter. Und auch David Alaba trat seinen Dienst beim FC Bayern – nach Elfertor, Assist, dem 4:1 gegen Schweden und der historischen Qualifikation der Österreicher für die EM im kommenden Jahr (siehe S. 26) – bestens gelaunt an.

Einzig Arjen Robben trübt das Bild der so erfolgreichen bajuwarischen Weltreisenden etwas. Zum Einen droht der Kapitän der niederländischen Nationalelf die Endrunde in Frankreich mit seinem Team zu verpassen. Und zu allem Überfluss musste der 31-Jährige aufgrund einer Muskelverletzung auch noch vorzeitig zurückreisen und fällt nun mindestens vier Wochen aus. Ausgerechnet Robben, der unersetzliche Flügelartist, den Guardiola schon in den entscheidenden Spielen der vergangenen Saison verletzungsbedingt so schmerzlich vermisste.

Den Auftakt in der Champions League bei Olympiakos Piräus (16.09.) und gegen Dinamo Zagreb (29.09.) wird Robben genau wie das Spitzenspiel in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg (22.09.) definitiv verpassen. Aufgrund einer ebenso hartnäckigen wie rätselhaften Knöchelverletzung fällt mit Franck Ribéry sein Pendant auf der linken Seite ohnehin bereits seit März und wohl noch bis mindestens zum Ende des Jahres aus. „Jeder, der Franck abschreibt, macht einen großen Fehler“, sagte Kapitän Philipp Lahm der „Sport Bild“: „Es ist nicht so, dass er den Kopf hängen lässt. Ich bin mir ganz sicher, dass er wieder zu seiner Topform zurückfindet.“ Derzeit sind die Münchner jedenfalls mal wieder Robbery beraubt – und damit ihrer beiden vermeintlich stärksten Offensiv-Waffen. Also Alarm bei Bayern? Fehlanzeige! Denn im Gegensatz zur Vergangenheit bietet der Bayern-Kader Alternativen für Robbery.

Jenen Sommerwunsch Guardiolas haben die Vereinsverantwortlichen ihrem Trainer in der abgelaufenen Transferperiode eindrucksvoll erfüllt. Die anfänglich vieldiskutierte Frage, ob der aus Donezk gekommene und dort eher unauffällige Douglas Costa die 30 Millionen Ablöse tatsächlich wert ist, stellt sich längst nicht mehr. Mit seiner Dynamik und Schnelligkeit lässt er die Sehnsucht nach Ribéry auf dem linken Flügel mehr und mehr verblassen. Mit der Verpflichtung des 24 Jahre alten Brasilianers scheint es dem FC Bayern gelungen zu sein, den Generationenwechsel einzuläuten und sich ein wenig von den beiden Ü30ern Robben (31) und Ribéry (32) zu emanzipieren.

Müller steht als offensive Allzweckwaffe – wie in der Nationalmannschaft – ohnehin auch für die rechte Seite bereit. Nebenbei wurde er in dem bisweilen so überhitzten Transfersommer – angeblichen 100-Millionen-Angeboten zum Trotz – kurzerhand für unverkäuflich erklärt. Mit dem 19 Jahre alten Kingsley Coman wurde noch ein Flügel-Talent für zwei Jahre von Juventus Turin ausgeliehen, über dessen FC-Bayern-Tauglichkeit nun befunden werden kann.

Auch in der Mittelfeldzentrale haben sich die Münchner nach Bastian Schweinsteigers (31) Wechsel zu Manchester United mit der Verpflichtung von Arturo Vidal (28), der für 37 Millionen Euro ebenfalls aus Turin kam, etwas verjüngt und mit Kimmich auch hier eine große Nachwuchshoffnung im Team. Als bayerische Identifikationsfigur ist Schweinsteiger nicht zu ersetzen. Zumindest auf dem Platz ist Vidal aber über jeden Zweifel erhaben – und verleiht seinem Team mit seiner giftigen und temperamentvollen Spielweise sogar neue Elemente.

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Der Verein scheint sein Geld gut angelegt zu haben. Man könnte auch sagen: Bayern ist schon wieder Meister, zumindest auf dem Transfermarkt.

 

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