Nach Körperverletzung in Rosenheim Ex-Polizeichef soll gefeuert werden

Um ihn geht es: Den ehemaligen Polizeichef von Rosenheim, Rudolf M. – er hat einen 15-Jährigen am Rosenheimer Volksfest misshandelt. Foto: dpa

Vor knapp zwei Jahren machte der damalige Rosenheimer Polizeichef bayernweit Schlagzeilen, weil er einen Teenager misshandelt hat. Jetzt demonstriert das Innenministerium Härte

 

München/Rosenheim  Der bereits wegen Körperverletzung vorbestrafte frühere Rosenheimer Polizeichef soll nun auch noch gefeuert werden. „Das Polizeipräsidium München wird Disziplinarklage gegen den Beamten erheben mit dem Ziel der Entfernung aus dem Dienst“, berichtete die Personalchefin der bayerischen Polizei, Claudia Roth gestern im Innenausschuss des Landtags.

Allerdings rechnet das Innenministerium nicht damit, dass der frühere Leiter der Rosenheimer Polizeiinspektion das klaglos akzeptiert. Derzeit ist er laut Ministerium bereits des Diensts enthoben, außerdem wurde sein Gehalt gekürzt.

Der Beamte hatte laut Urteil des Landgerichts Traunstein im September 2011 einen damals 15 Jahre alten Teenager getreten und mit dem Kopf so hart gegen eine Wand gestoßen, dass vier Zähne wackelten.

Sollte der Beamte Widerspruch einlegen, landet das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht. Das Innenministerium erntete für das Vorgehen gegen den Prügelpolizisten auch Anerkennung von SPD und Freien Wählern. „Das ist der klare Beweis, dass es funktioniert in unserem Rechtsstaat, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird“, sagte der SPD-Abgeordnete Harald Schneider.

Die Grünen forderten das Innenministerium auf, derartige Fälle in Zukunft durch bessere Ausbildung zu verhindern. Die bayerische Polizei sei in dieser Hinsicht bereits auf einem sehr hohen Stand, so der CSU-Abgeordnete Florian Herrmann: „Andere in Europa nehmen sich die bayerische Polizei zum Vorbild.“

 

5 Kommentare