"Nach Hause" am Holzplatz Im "Nach Hause" Daheim

 Foto: ho

 Das „Pourqoui Pas“ am Holzplatz ist passé – nicht aber seine Küche. Mit neuem Namen und Look geht’s weiter.

 

 Wenn’s mal nicht so gut läuft, ist es schön, wenn man einfach beim Nachbarn klingeln kann. Und der unter die Arme greift. So ähnlich ging es Nico Zelmer, der mit einem Kollegen in der Holzstraße 16 das „Pourquoi pas“ betrieb, ein Restaurant mit internationaler Küche, Gläser-Armada und weißen Stoffservietten auf schlichten Holztischen.

Viele Wirte hatte die Adresse schon kommen und gehen sehen, und so richtig wollte auch das „Pourqoui Pas“ nicht einschlagen, auch wenn die Speisen Lob bekamen.

Nebenan am Holzplatz betreibt Arne Brach seine Bar „Jennifer Parks“ mit Plüsch-Interieur und Disco-Mucke – „bei mir ist es im Winter zum Teil so schnell voll, dass ich den Türsteher nicht nur zum „Schhh“-machen brauche, sondern tatsächlich Leute wegschicken muss“, sagt Brach. Was liegt da näher, als sich zusammen zu tun? „Warum das Pourquoi Pas sein Potential nicht ausreizen konnte, darüber könnten wir nur spekulieren – aber an der Qualität lag’s nicht“, sagt Brach.

Trotzdem: Irgendetwas musste sich ändern. Also hat er mit Nico Zelmer dem Lokal ein Facelift verpasst. „Nach Hause“ heißt das Geschäft jetzt, dementsprechend ist es auf Wohnzimmer gestylt. Eine Gitarre lehnt in der Ecke, darüber ein Bücherregal, schwarze und weiße Sofas, Hocker und Couchtische; die große Bar hat einen Schachbrettmuster-Look abbekommen.

Wie ein Restaurant sieht es nicht mehr aus. „Trinken und essen statt essen und trinken“, sagt Arne Brach – „die Leute sollen in erster Linie kommen, um etwas zu trinken. Aber in dem Wissen, dass sie auch sehr gut essen können, wenn sie wollen.“ Vorrangig eine Bar ist das „Nach Hause“ jetzt also, und wenn jemand dinieren mag, springt Nico Zelmer in die Küche und bereitet eines der Gerichte zu, die er täglich auf die Tafel schreibt: Blumenkohl-Vanillesuppe (5,80Euro) zum Beispiel, Heilbutt auf weißem Spargelrisotto mit Minze (18,60 Euro) oder Kalbssteak mit Fenchel, Tomate, Petersilie und Couscous (18,60).

Auch spät am Abend muss niemand hungern, dann gibt es noch Kleinigkeiten wie Gulaschsuppe (4,50) oder Chicken Wings (4,50). „Die Küche funktioniert bei uns auch ein bisschen wie Zuhause“, sagt Nico Zeller, „ich gehe frisch einkaufen, koche das, was Spaß macht, und wenn’s aus ist, ist es aus.“

Jeden Mittwoch gibt es im „Nach Hause“ jetzt außerdem einen Pasta-Abend, mit drei Nudeln und drei Soßen zur Wahl, für 7,80 Euro pro Nase und Teller. Und bis Ende Juni kostet der Gin Tonic jeden Abend 6,50 Euro. „Wir wollen ein paar Dinge ausprobieren, sehen was funktioniert und was nicht“, sagt Arne Brach. Über alldem wacht das neue Maskottchen, Mops Ewald-Sebastian, in einem Vogelkäfig.

Bei vielen Gästen kommt der neue Look besser an, ein paar Mal war es schon gut gefüllt, das „Nach Hause“. Und wenn das „Jennifer Parks“ mal wieder aus den Nähten zu platzen droht, dann muss Arne Brach niemanden mehr wegschicken – nur eine Tür weiter.

Wenn im Parks etwa donnerstags der beliebte Quiz-Abend ist, ist gleichzeitig im „Nach Hause“ „Hungriges Ohr“ mit wechselnden Musik-Themenabenden. Ergänzt sich gut. Und einen netten Slogan hat Arne Brach auch schon für sein Adoptivlokal: „Warum daheim bleiben, wenn man auch nach Hause gehen kann?“


Holzplatz 16, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 19 bis 1 Uhr, www.komm-nachhause.de, Tel.: 23 07 64 14

 

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