Nach "Halbneger"-Skandal Noah & Boris Becker: Anzeige gegen AfD-Politiker

, aktualisiert am 07.01.2018 - 11:43 Uhr
Nach rassistischem Tweet zeigt Becker den AfD-Politiker Maier an. Foto: BrauerPhotos

Noah Becker, Sohn von Tennislegende Boris Becker, geht nach einem rassistischen Tweet auf dem Account des AfD-Politikers Jens Maier juristisch gegen den Bundestagsabgeordneten vor.

 

Gegen Maier sei bereits am vergangenen Mittwoch "wegen aller hier in Betracht kommender Delikte" Strafanzeige erstattet sowie Strafantrag gestellt worden, teilte Beckers Berliner Anwalt Christian-Oliver Moser auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag mit.

Zudem sei der AfD-Politiker zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert worden, "um eine derartige rassistische Beleidigung in Zukunft auszuschließen". Die für Freitag gesetzte Frist habe Maier aber "ohne jede Reaktion" verstreichen lassen. Daher wolle er "zeitnah auch die Zivilgerichte bemühen", erklärte Moser.

Maier äußerte sich rassistisch über Noah Becker

Über Maiers Twitter-Account war in der vergangenen Woche in Richtung Noah Becker der Satz gepostet worden: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." Der Kommentar wurde später gelöscht.

Maier erklärte, nicht er selbst, sondern ein Mitarbeiter habe die Zeilen verfasst. Der Kommentar hatte sich auf ein Interview bezogen. In diesem hatte Noah Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt", er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe attackiert worden.

Boris Becker sagt AfD den Kampf an

Boris Becker meldet sich in Welt am Sonntag ebenfalls zu Wort: "Jetzt sagt er, er habe den Tweet gar nicht selbst abgesetzt. Ein Mitarbeiter soll es gewesen sein. Das tun sie bei der AfD doch immer, das ist ihre Masche. Irgendetwas in die Welt setzen und sich dann davon distanzieren." Die Tennislegende warf Maier vor, mit Kalkül zu handeln: "Einer wie der AfD-Abgeordnete Jens Maier sagt solche Dinge weder aus Dummheit, noch aus Angst. Er weiß genau, was er tut und auch warum."

Die Reaktion seines Sohnes lobt er: "Noah hat das ganz wunderbar formuliert. Er sagte, wer die Welt nicht kennt, wer niemals andersfarbige, anders denkende Menschen gesehen hat, der bekommt Angst, wenn sie auf einmal in Deutschland auftauchen." Und weiter: "Noah möchte dem Hass mit noch mehr Liebe begegnen. Ich muss zugeben, er ist da einen Schritt weiter als ich. Ich fordere erst einmal Konsequenzen.“

 

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