Nach Englhard-Kritik Posse um Ex-Vereinsarzt: 1860 schaltet Anwalt ein

Haben sich nichts mehr zu sagen: Alois Englhard (l.) und Löwen-Sportchef Gerhard Poschner. Foto: dpa, sampics/Augenklick

Nach der verbalen Ohrfeige durch den ehemaligen Mannschaftsarzt erwägt der TSV 1860 nun rechtliche Schritte.

 

Darmstadt - Gerhard Poschner runzelte die Stirn, rückte seine Brille zurecht und holte einmal tief Luft. „Dass Nachtreten ein Volkssport geworden ist, kann man akzeptieren. Aber wir haben jetzt unsere Anwälte gebeten die Aussagen juristisch zu prüfen.“

Gemeint waren die Aussagen eines ehemaligen Mitarbeiters des TSV 1860. Dr. Alois Englhard, ehemaliger Mannschaftsarzt der Löwen, hatte sich unter der Woche kritisch über seinen ehemaligen Arbeitgeber geäußert. Der Arzt, der vor der Winterpause seinen Hut genommen hatte, hatte die schwierige sportliche Situation zu einem verbalen Gegenschlag genutzt und nicht nur Poschner persönlich angegriffen, sondern auch Details zu den gesundheitlichen Problemen einzelner Spieler preisgegeben.

Der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Englhard unter anderem erklärt: "Rodri hatte eine Prellung. Im Kernspin hat man gesehen, dass zusätzlich eine alte Verletzung vorlag. Er hatte einen freien Gelenkkörper, überhaupt nichts Dringendes. Das hätte ich höchstens in der Winterpause operiert. Dann ging er nach Spanien, kam zurück - und hatte eine Bänder-OP machen lassen. Medizinisch war das unnötig und unsinnig." Englhard nannte es "perfide, dass Poschner diese Ausfallzeiten, für die er mitverantwortlich ist, den Vereinsärzten ankreidet."

Das wollte der Sportchef der Löwen nicht unkommentiert lassen und bestätigte, dass der TSV rechtliche Schritte in die Wege leiten werde. Zumal Englhard mit seinen Aussagen selbst seine eigene Arbeit in Frage gestellt hatte. Denn wenn bei Rodri tatsächlich eine alte Verletzung vorgelegen habe, so Poschner, „muss man sich einfach nur fragen, wer die ärztliche Untersuchung gemacht hat“. Die Antwort: Dr. Englhard.

 

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