Nach drei Jahren im Ausland Spinnenmann sitzt in Haft

Dirk Weickmann mit einer schwarzen Vogelspinne. Foto: dpa

Die Schweiz hat Dirk Weickmann (46) ausgeliefert. Spätestens im April muss er wegen Tierschutzverstößen vor Gericht.

 

Ebersberg/Ravensburg - Auf diesen Moment haben Bayerns Strafverfolger knapp drei Jahre gewartet: Der selbst ernannte Krebs- und Spinnenforscher Dirk Weickmann (46) ist am Freitag von der Schweiz an Deutschland ausgeliefert worden und sitzt nun in Ravensburg in Haft.

Spätestens im April soll Weickmann, seiner Lebensgefährtin und einem dritten Angeklagten vor dem Amtsgericht Ebersberg der Prozess gemacht werden. Der Vorwurf lautet: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Mögliche Höchststrafe: drei Jahre Haft.

Weickmann wird vorgeworfen, in seinem Grafinger Haus über 100 Spinnen und Skorpione, Warane, Schlangen, Echsen und einige Säugetiere gehalten zu haben – „zum großen Teil unter völlig unzureichenden und tierschutzwidrigen Bedingungen“, wie das Ebersberger Veterinäramt festgestellt hat. Aus Gift und Mundsekret der Tiere wollte er ein Mittel gegen Krebs gewinnen.

Schon im Frühjahr 2012 sollten Weickmann, seine Lebensgefährtin und der offizielle Besitzer der Tiere vor dem Richter erscheinen. Doch da hatten sich der „Spinnenmann“ und seine Gefährtin bereits in die Schweiz abgesetzt. Bis jetzt.

Der kommende Prozess vor dem Amtsgericht Ebersberg ist nicht der erste für Dirk Weickmann. Seit 2001 wurde er mehrmals wegen Tierquälerei verurteilt und einmal wegen der Herstellung unerlaubter Arzneimittel. Tiere darf er selbst bereits seit ein paar Jahren nicht mehr halten.

 

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