Nach der zweiten Pleite Ausgeträumt?

Die Volleyballer von Generali Haching um Christian Dünnes stehen mit dem Rücken zur Wand Foto: sampics/AK

Die Hachinger Volleyballer verlieren auch das zweite Halbfinalspiel gegen Friedrichshafen. Nach dem überaus deutlichen 0:3 ist der erste Titel ganz weit weg.

 

Mihai Paduretu war auch am Tag nach der 0:3 (25:16, 25:22, 25:23)-Pleite im zweiten Halbfinalspiel in Friedrichshafen noch stinkig: „Wie soll es mir gut gehen, wenn man so verliert? Am meisten tut es mir für unsere Fans leid, die uns toll unterstützt haben“, schimpfte Paduretu.


Der Coach war sauer am Tag nach der Pleite: auf die Mannschaft, auf das ständige Verletzungspech. Gerade weil mit Kapitän Christian Dünnes und Stellvertreter Alex Shafranovich wichtige Führungsspieler angeschlagen sind. Dünnes spielte zuletzt mit schmerzstillenden Mitteln und konnte nie seine Top-Leistung abrufen. Vertreten wurde er vom 21-jährigen Simon Hirsch, der „einen rabenschwarzen Tag erwischt hat“, sagte Paduretu. Genauso wie die gesamte Mannschaft.


Schon die Körpersprache verriet, dass Haching auch das zweite Spiel der Best-of-five Serie verlieren würden. Im Kollektiv schlichen sie beim Seitenwechsel mit hängenden Köpfen um das Netz herum, während auf der anderen Seite Gegner Friedrichshafen scherzend und lachend vor Paduretu herumtanzte. Zwei Mannschaften, zwei unterschiedliche Welten.


Dabei hatten die Hachinger angekündigt zu kämpfen, zu beißen, den nötigen Auswärtssieg zu holen. Heraus kam ein Spiel, in dem Haching nicht einen Punkt in Führung lag. Der Titel ist nun ganz weit weg: Die Mannschaft muss jedes der noch möglichen drei Spiele gewinnen: die erste letzte Chance gibt’s am Mittwoch in Spiel drei (19.30 Uhr, Generali Sportarena).


Dabei sollte es in diesem Jahr endlich klappen mit der ersten Meisterschaft. Euphorisiert vom fünften Pokalsieg, angetrieben von der schlimmen Finalniederlage im letzten Jahr gegen Berlin, als man Matchbälle vergab und verlor. „Vielleicht ist das ein Hachinger Phänomen, dass wir in entscheidenden Situationen den Kopf nicht behalten“, sagte Manager Joseph Köck. Geklappt hat das zuletzt im Hachinger Lieblinswettbewerb. Beim Pokal-Triumph drehte Haching das Spiel nach 0:2-Rückstand. Doch ob das auch nach Spielen gelingt? „Jammern hilft nichts, es zählt alles oder nichts“, sagte Köck. Und Paduretu sagte: „Ich habe zum Team gesagt, dass wir die Pflicht haben, alles zu geben.“


Und auch für die Spieler selbst geht es um alles: „Es geht für jeden um seinen Marktwert und wie er sich präsentiert. Wir verhandeln erst nach der Saison“, sagt Köck. Es geht also nicht nur um den Titel für Haching, sondern auch um das Einkommen der Spieler.

 

0 Kommentare