Nach der Tat aufs Gleis gelegt Gunzenhausen: Trio prügelt einen Mann tot

Drei junge Menschen haben einen Mann totgeschlagen. Danach wollten sie ihre Tat vertuschen. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Zwei Männer und ein Mädchen schlagen und treten einen Mann in Gunzenhausen. Damit ihre Tat nach einem Selbstmord aussieht, werfen sie ihn vor einen Zug. Der Trick fliegt auf

 

Gunzenhausen - Die drei Schläger haben ihr Opfer übel zugerichtet. Als sie merken, dass der 54-Jährige nicht mehr atmet, legen die zwei Männer und ein erst 16 Jahre altes Mädchen den Mann auf die Schienen – ein Zug soll seinen leblosen Körper überfahren. Und ihre Tat vertuschen.

Etwas später, am frühen Mittwochmorgen, sieht ein Lokführer kurz vor dem Bahnhof Gunzenhausen (Mittelfranken) eine Person auf dem Gleis liegen. „Er hat die Notbremse betätigt“, sagt ein Polizeisprecher. Doch er schafft es nicht mehr rechtzeitig, den 500 Meter langen Güterzug anzuhalten. Der Körper wird – wie von den Tätern geplant – vom Zug überrollt.

Zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall oder sogar einem Selbstmord aus. Etwas aber macht die Ermittler misstrauisch. Die Verletzungen können unmöglich von der Lok stammen. Gerichtsmediziner bestätigen das wenig später. Sie finden heraus, dass der Mann bereits tot war, bevor ihn der Güterzug überrollte. Laut Obduktionsergebnis wurde der 54-Jährige vorher massiv misshandelt. Er starb durch Tritte und Schläge gegen Kopf und Oberkörper.

Der Verdacht fällt schnell auf zwei 35 Jahre alte Männer und eine 16-Jährige. Nach Angaben des Ansbacher Oberstaatsanwalts Gerhard Karl kannten sich Täter und Opfer gut. Zwei der Verdächtigen wohnten in Gunzenhausen im gleichen Haus, die dritte Person nicht weit entfernt. Das Trio soll mit dem 54-Jährigen am Vorabend bis tief in die Nacht mit dem späteren Opfer gezecht haben.

Dabei gerieten sie laut Staatsanwaltschaft in Streit. „Sie haben das Opfer übel zugerichtet“, sagt Gerhard Karl. Anschließend sollen die Verdächtigen den Mann zum Bahnhof geschleift und ihn auf die Bahngleise gelegt haben um die Tat zu vertuschen, so die Staatsanwaltschaft. Gegen den Hauptverdächtigen erließ ein Ermittlungsrichter bereits Haftbefehl wegen eines Tötungsdelikts. Er und die beiden anderen sitzen inzwischen in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt.

Dem Komplizen und dem Mädchen wirft die Staatsanwaltschaft Körperverletzung mit Todesfolge vor. Über ihr Motiv lasse sich derzeit noch nicht viel sagen, auch hier müsse man abwarten, was die weiteren Ermittlungen und Vernehmungen zeigen werden, so Oberstaatsanwalt Karl. „Vielleicht gab es gar kein richtiges Motiv.“

 

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