Nach der Rückkehr von Thiago ins Teamtraining Das FC-Bayern-Lazarett: Nichts überstürzen!

Franck Ribéry bestritt diese Saison erst ein Spiel - gegen Stuttgart. Foto: imago

Nach der Rückkehr von Thiago Alcántara ins Mannschaftstraining entspannt sich die Verletzten-Lage beim FC Bayern nur leicht. Zahlreiche Leistungsträger fehlen noch. Aber wie lange? Ein Überblick.

 

München - Die Fans jubelten, klatschten, riefen begeistert: „Da ist der Thiago!“ Die Rückkehr von Thiago Alcántara ins Mannschaftstraining beim FC Bayern hat für viel Euphorie an der Säbener Straße gesorgt. Auf Bayerns Mittelfeldmagier ruhen zahlreiche Hoffnungen, dass die Münchner wieder zu jener Stärke zurückfinden, mit der sie im März alle und jeden in Grund und Boden spielten.

Zwar war es nur ein Fünf-gegen-Zwei-Aufwärmspielchen und ein paar Passübungen, die Thiago absolvierte, aber die für den 23 Jahre alten Spanier ist ein großer Schritt, hatte er doch seit seinem Innenbandriss im Knie gegen Hoffenheim Ende März immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen. Die Bayern-Verantwortlichen wissen um die Thiagos Vorgeschichte - in der vergangenen Saison konnte er aufgrund weiterer Verletzungen nur 16 von 34 Bundesligaspielen absolvieren - und gehen daher sehr vorsichtig mit einer Rückkehr in den Spielbetrieb vor. Zwar wird bereits über ein Comeback gegen Bremen (18.10.) spekuliert, ein so früher Einsatz gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Aber wie sieht es im Bayern-Lazarett weiter aus? Zahlreiche Hochkaräter tummeln sich auf der Krankenstation. Die AZ gibt einen Überblick.

Franck Ribéry: Am Dienstag bestritt der Franzose nach seinen Patellasehnen-Problemen wieder eine Übungseinheit am Ball, am Donnerstag fehlte er allerdings schon wieder. Während seine Teamkollegen auf dem Hauptplatz an der Säbener Straße trainierten, schaute Ribéry neidisch aus dem Fenster des Trainingskomplex. Er arbeitet weiter an seiner Rückkehr. Aber auch hier heißt es: Nur nichts überstürzen. Denn bei Ribéry ist es ein stetes Hin und Her. Rückkehr nach Rückenbeschwerden in die Vorbereitung, grandiose Auftritte bei Testspielen, Rückschlag durch die Beschwerden an der Patellasehne, gegen Stuttgart wieder ein starkes Comeback mit einem Tor. Und dann hieß es erneut nur zusehen. Wann der Dribbelkünstler wieder auf dem Platz steht, ist ungewiss.

Pepe Reina: Der spanische Keeper ist das neueste Opfer. Ausgerechnet beim Paulaner Cup, einer Spaßveranstaltung für die Fans, verletzte sich der Neuzugang an der Wade. Eine genaue Diagnose gab der FC Bayern nicht bekannt, nur so viel: Schwere Muskelverletzung. Die Folge: mehrere Wochen Pause. Damit dürfte der Torwart allerdings zu den frühesten Rückkehrern gehören.

Bastian Schweinsteiger: Sechs Wochen Pause am Stück wollte Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt dem Weltmeister nach dem Titelgewinn eigentlich verpassen. Das dies Utopie ist, wusste auch „Mull“. Schweinsteiger stieg wieder zeitig in die Vorbereitung ein, machte sogar den Trip in die USA mit. Mittlerweile dürften sich die Münchner ärgern, ihrem Mittelfeldmotor nicht die angestrebten sechs Wochen Pause verordnet zu haben. Denn Schweinsteiger plagen seit geraumer Zeit Patellasehnen-Beschwerden. Eine Rückkehr in der Hinrunde scheint ausgeschlossen. Hinzu kommt seit kurzem eine Mandelentzündung. Deshalb verpasste er sogar den obligatorischen Wiesn-Besuch.

Holger Badstuber: Groß war die Freude bei den Bayern nach der Rückkehr des ehemaligen Nationalspielers nach zwei Kreuzbandrissen. Aber die Freude währte nur kurz. Im dritten Bundesliga-Spiel gegen Stuttgart zog er sich einen Sehnenriss im Oberschenkel zu. OP, mehrere Monate Pause, Reha und Comeback zur Rückrunde lautet der Fahrplan. Trotz der erneuten Verletzung ist Badstuber guten Mutes. „Mich haut nichts mehr um. Eins steht fest, ich komme bald wieder zurück“, sagte er nach dem erneuten Rückschlag.

Javi Martínez: Noch länger müssen die Bayern-Fans auf den Spanier warten. Nach seinem Kreuzbandriss im Supercup gegen Dortmund bewegt sich der Defensivmann noch mit Krücken und Schiene fort. Die Partien seiner Mannschaft und der Basketballer des FC Bayern lässt sich Martínez trotzdem nicht entgehen. Und dass er trotz der Blessur bestens gelaunt ist, ließ sich auf Twitter verfolgen. Bei strahlendem Sonnenschein arbeitete er an der Säbener Straße an seinem Comeback.

 

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