Nach der Klage der Urbanauten Kulturstrand-Streit: Das KVR wehrt sich

War’s das mit dem Kulturstrand? Am Vater-Rhein-Brunnen sollen nach Willen des KVR heuer nicht die Urbanauten das Sagen haben. Stattdessen soll die Urban League GmbH ihr „Great Bavaria Reef“ aufziehen dürfen. Foto: AZ-Archiv

Der Streit um den Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen geht in die nächste Runde. Nachdem die Urbanauten schwere Vorwürfe gegen das Vergabeverfahren erhoben und sogar Klage einreichten, wehrt sich nun das KVR.

 

München - Recht überraschend hat in diesem Jahr die Urban League den Zuschlag für den Kulturstrand bekommen, und nicht die Urbanauten, wie in den vergangenen Jahren. Gegen die Entscheidung des KVR reichten die Urbanauten am gestrigen Mittwoch Klage ein. Sie halten das Vergabeverfahren für nicht rechtens. Bei der Durchsicht der Unterlagen hätten sie "erhebliche Fehler gefunden". "Wenn das richtig gelaufen wäre, hätten wir die Ausschreibung gewonnen", meinte Benjamin David, der Chef der Veranstaltungsagentur.

Mit einer Erklärung "in eigener Sache" wehrte sich das KVR nun am Donnerstag gegen die erhobenen Vorwürfe. Das Vergabeverfahren für den Kulturstrand 2016 beruhe auf mehreren Entscheidungen des Stadtrats aus den Jahren 2015 und 2016. Der Stadtrat habe sich bewusst für eine offene Auswahlentscheidung entschieden, und damit auch bewusst nicht für eine direkte Vergabe an einen im Vorfeld ausgewählten Veranstalter.

Im letzten Jahr waren die Kriterien genau gleich

Genauso wie im Vorjahr seien dem diesjährigen Vergabeverfahren diese Kriterien zugrunde gelegen. Die Urban League habe den Zuschlag demnach schlicht als Veranstalter mit den meisten Punkten erhalten. "Das Verfahren ist folglich transparent, sachgerecht und damit ohne jegliche politische Einflussnahme erfolgt. Sämtliche gegenteiligen Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage", so das KVR.

Verwundert zeigt sich das KVR einerseits darüber, dass die Urbanauten erst in diesem Jahr, in dem ein anderer Veranstalter den Zuschlag bekam, Zweifel an dem Vergabeverfahren äußern, dass auch schon im letzen Jahr zur Anwendung kam, als sie selbst den Zuschlag bekamen. Und andererseits darüber, dass die Urbanauten "trotz des offenen Auswahlverfahren offensichtlich davon ausgingen, dass nur sie den Zuschlag erhalten können", so KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle.

Hinsichtlich der angekündigten rechtlichen Schritte seitens der Urbanauten hofft das KVR auf eine schnelle gerichtliche Entscheidung, damit der Kulturstrand 2016 auf jeden Fall stattfinden kann.

 

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