Nach der Gala des Bayern-Kapitäns gegen Bremen Philipp Lahms Angriff auf die Torjägerkanone

Philipp Lahm erzielte gegen Bremen seinen ersten Bundesliga-Doppelpack. Foto: firo / Augenklick

Kapitän Philipp Lahm glänzt beim Kantersieg des FC Bayern über Werder Bremen. Nach seiner Bundesliga-Premiere bläst er zum Angriff. Pep Guardiola adelt seinen Vorzeige-Profi.

 

München – Kaum hatte er seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga geschnürt, da blies Philipp Lahm bereits zum Angriff auf die Torjägerkanone: „Ich bin nah dran, jetzt will ich das durchziehen den Rest der Saison“, sagte Bayerns Spielführer mit einem Augenzwinkern.

Lahms Stimmung war gelöst. Seine Bundesliga-Premiere und der locker herausgespielte 6:0-Sieg gegen Werder Bremen taten ihr übriges. „Es ist immer etwas Besonderes, Tore zu erzielen. Das kommt bei mir ja nicht so häufig vor. Jeder, der sagt: Er schießt nicht gerne Tore, der lügt“, führte der Kapitän der Weltmeister-Mannschaft.

Lahms Erfolgsrezept für seine Tor-Ausbeute war ein einfaches. Statt wie sonst gemeinsam mit Xabi Alonso auf der Doppel-Sechs den Abräumer zu geben, setzte ihn Trainer Pep Guardiola offensiver ein. Hinter ihm sicherten Alonso und Pierre-Emile Höjbjerg ab. „Das war sicher ein Grund, weil ich näher am Strafraum war“, sagte Lahm.

Der Coach spielte hingegen den Miesepeter. Mit gesenktem Kopf saß er auf der Pressekonferenz und meinte mit viel Ironie: „Ich bin ein bisschen enttäuscht von Philipp, ich wollte einen Hattrick von ihm.“ Nachdem die Lacher verstummt waren, wurde Guardiola dann aber ernst und stellte die Vorzüge seines Vorzeige-Profis heraus. Lahm habe ihm in seiner Anfangszeit beim FC Bayern sehr geholfen, sagte der Spanier. „Ich bin froh, sein Trainer zu sein. Er ist eine der besten fünf Spieler in der langen Geschichte von Bayern München“, sparte Guardiola nicht mit Lob.

Guardiola muss es wissen. Er war es, der aus dem besten Rechtsverteidiger der Welt zunächst einen herausragenden defensiven Mittelfeldspieler formte. Nun also eine Offensivkraft. „Lahm kann zehn Positionen spielen“, hatte Guardiola einst über seinen Führungsspieler gesagt. Obwohl Lahm aufgrund seiner eher geringen Körpergröße von 1,70 Metern einen Nachteil hätte, wäre er laut Guardiola nach kurzer Zeit sogar einer der besten Stürmer. Was der Spanier an seinem Kapitän so schätzt, ist dessen Intelligenz auf dem Platz.

Trotz der Lobreden stellte Lahm seinen persönlichen Erfolg – „Wahrscheinlich ist es das erste Mal seit der Jugend, da habe ich vielleicht irgendwann mal doppelt getroffen“ – nach dem Auftaktsieg in den Knaller-Monat mit Duellen gegen den AS Rom, Gladbach und Dortmund hinten an. „Für mich ist das Wichtigste, dass die Mannschaft gewinnt und gut Fußball spielt. Das hat sie heute von Anfang gemacht.“ Selbst sein 200. Sieg im 321. Bundesliga-Spiel war für den 30 Jahre alten gebürtigen Münchner nur eine Zahl. „Ich habe auch davon gelesen, aber das ist nichts Besonderes“, sagte Lahm.

Nach dem erneuten Gala-Auftritt (AZ-Note: 1) werden die Fragen nach einer möglichen Rückkehr in die Nationalmannschaft wieder lauter. Vielleicht in einer anderen Position? Als Goalgetter? Schließlich haperte es bei den EM-Quali-Spielen der DFB-Elf gegen Polen und Irland vor allem im Abschluss. „Nein, mit dem Thema Nationalmannschaft habe ich abgeschlossen. Die haben andere, die gut treffen“, wiegelte Lahm ab. Er konzentriert vielmehr auf sein neuestes Ziel. Und das heißt: Torjägerkanone.

 

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