Oktoberfest-Halbzeitbilanz Mehr Besucher, bestes Wetter: Festleitung ist zufrieden

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 30.09.2018 - 17:53 Uhr
Halbzeit beim Oktoberfest: Nach der ersten Wiesnwoche zieht die Festleitung und die Polizei eine Halbzeitbilanz. Foto: Felix Hörhager/dpa

Mehr Gäste trinken gleichbleibend viel Bier – weil Kinder kein Bier trinken. Die Halbzeit-Bilanz.

 

München - Mehr Wiesnbesucher, aber ein gleichbleibender Bierkonsum. Wiesnchef Josef Schmid (CSU) kann das erklären: "Es sind mehr Familien mit Kindern auf der Wiesn. Die trinken weniger, legen aber mehr Wert aufs Essen." Nach Schätzungen der Festleitung kamen bisher 3,3 Millionen Gäste auf die Theresienwiese. Im vergangenen Jahr waren es zur selben Zeit drei Millionen. Auf der Oidn Wiesn wurden 240.000 Besucher gezählt, 2017 waren es 190.000. Kinderkarussells und familientaugliche Attraktionen toppen die wuiden Fahrgeschäfte.

Mehr Besucher auf der Wiesn als im Vorjahr

70 Prozent kommen wieder aus München und Umgebung, aber es kamen mehr Besucher aus den USA. Das berichten die Souvenirverkäufer, die vorab vorsichtig eingekauft hatten und nun bei einigen Touri-Produkten wie T-Shirts fast ausverkauft sind.

In der Ochsenbraterei wurden 70 Ochsen (2017: 60) gegessen und auf der Straße erlebte die Zuckerwatte eine Renaissance. Zuckersüß sind auch die meisten Gäste, denn wie Schmid sagt: "Wir haben mehr Gäste und gute Gäste." Denn diese Gäste trinken pro Kopf weniger, verüben weniger Straftaten, klauen genausoviele Krüge wie 2017 (50.000) und verlieren weniger. Das Wiesn-Fundbüro zählte bis Samstagabend 865 Fundsachen (2017: 1.300), darunter 250 Ausweise, 120 Smartphones, ein Tenorhorn und einen Badmintonschläger. "Da hat einer gemeint, es sei so viel Platz auf der Wirtsbudenstraße, dass er Badminton spielen kann", sagt Josef Schmid. Besonders am Samstag, dem bisher besucherstärksten Tag, war das aber zu keinem Zeitpunkt möglich. In den Zelten tanzen die Feierfreudigen zu den zwei neuen Wiesnhits "Cordula Grün" vom Wiener Josh und dem Partisanenlied "Bella Ciao".

Auch auf der Wiesn-Sanitätsstation sind die Zahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr sinkend. 2.782 Patienten betreute die Aicher Ambulanz in ihrer ersten Wiesn-Woche. Die meisten haben einen "Ertrinkungsunfall", wie es intern bei Aicher heißt (400 Fälle), bei zwei Frauen setzen die Wehen ein, doch ein Wiesnbaby gibt’s noch nicht. Das Thema ist leider der tragische Tod eines 58 Jahre alten Mannes. Beim traditionellen Platzkonzert am Sonntagvormittag zu Füßen der Bavaria bittet Wirtesprecher Peter Inselkammer um einen kurzen Moment des Innehaltens und Gedenkens. Tausende Menschen folgen seiner Bitte.

Wiesn-Schlägerei überschattet das Fest

Die Polizei registrierte eine ruhige Wiesn. Trotz gestiegener Besucherzahlen seien bei fast allen Delikten die Zahlen zurückgegangen, so bei Sexualdelikten, Körperverletzungen und Maßkrugschlägereien, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins.

Dennoch überschattet das tödliche Ende einer Wiesn-Schlägerei das Fest: Am Freitagabend starb nach einem Streit ein 58-Jähriger aus dem Münchner Umland an einer Hirnblutung. Gegen einen 42-Jährigen wurde am Wochenende Haftbefehl erlassen, gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Schmid sagte, es schmerze, dass ein Todesopfer zu beklagen sei. Den Angehörigen drückte er sein Mitgefühl aus. "Das ist nicht die Wiesn, die wir haben wollen."

Die seit 2016 verschärften Sicherheitsvorkehrungen mit Eingangskontrollen und Taschenverbot haben sich eingespielt. Die meisten Besucher kommen inzwischen gleich ohne größere Taschen.

 

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