Nach dem Tod von Junior Malanda Fahrschüler Weigl: "Das macht nachdenklich"

Julian Weigl hat zwar die Führerscheinprüfung noch nicht abgelegt, ein VW Scirocco steht aber schon daheim in der Garage. Foto: dpa/sampics

Julian Weigl und Marius Wolf sprechen über den Tod von Junior Malanda, deren eigene Liebe zu Autos und zu einem heiklen Problem mit der Playstation.

 

Marbella - Julian Weigl sitzt im Schatten am Pool, neben ihm sein Kumpel Marius Wolf. Die beiden 19-Jährigen sprechen über das Trainingslager des TSV 1860, über die sportlichen Erwartungen und die Gefahr, dass Neuzugänge ihnen ihre Stammplätze streitig machen.

In Sachen Mediengesprächen ist Weigl der Erfahrerene. Er beantwortet die meisten Fragen als erster, hat einen kleinen Vorsprung vor seinem Zimmergenossen. Weigl, Wolf, Wittek und Vollmann teilen sich in Marbella ein Zimmer.

In einer anderen Angelegenheit ist allerdings Wolf der Erfahrenere. Wolf hat bereits einen Führerschein. Weigl, obwohl 19 Jahre und vier Monate alt, noch nicht.

"Ich muss nächste Woche noch meine Fahrschule anrufen und mir einen Termin für die Prüfung geben lassen", erklärt Weigl mit einem Lächeln. Doch das verschwindet, als die Nachfragen zum Thema Autofahren kommen.

Wie er den Unfalltod des Wolfsburger Profis Junior Malanda aufgenommen habe, will ein Journalist wissen. "Das macht nachdenklich", sagt Weigl. "Da überlegt man sich schon zweimal, was für ein Auto man sich als erstes holt und ob es superviele PS haben muss."

Tatsächlich hat Weigl schon ein Auto daheim stehen. Löwen-Sponsor VW hat ihm einen Scirocco geliefert. Wie viel PS dieser hätte, kommt sofort die Frage. „180“, schiebt Weigl kleinlaut hinterher. Doch der Youngster sagt auch: "Ich habe mich mit meiner Familie beraten. Mein Vater fand das okay, hat aber noch mehr PS klar den Riegel vorgeschoben."

Auch der Verein selbst untersagt Nachwuchsspielern die größten und schnellsten Dienstwagen des Hauptsponsors, zum Beispiel den VW Touareg oder die Sportausstattungen der kleineren Wagen.

Solange Weigl seinen Scirocco noch nicht fahren darf, steht der übrigens keineswegs in der Garage. „Den fahre ich, solange Julian ihn noch nicht fahren darf“, schaltet sich Wolf mit einem Grinsen ein.

An der Costa del Sol müssen sich Weigl und Wolf dagegen keine Gedanken machen, wie sie von A nach B kommen. Die Spieler werden zum Training und zu den Spielen gefahren. Den Rest erledigen sie zu Fuß. Wie am Freitagnachmittag, als sie das erste Mal frei bekamen und an den Hafen gingen, um zu shoppen.

Am Samstag steht dann der erste Test auf dem Programm. Gegen Dynamo Kiew beginnt für Weigl, Wolf und Co. der Kampf um die Stammplätze für die restlichen 15 Saisonspiele. Und da müssen sich ausgerechnet die beiden 19-Jährigen besonders reinhängen.

Denn der TSV sucht im zentralen Mittelfeld genauso wie im Angriff noch neue Spieler. Gut möglich, dass diese dann direkte Konkurrenten von Weigl und Wolf sein werden. Kein Problem, sagen beide professionell. „Wenn ich Gas gebe, habe ich es selbst in der Hand, ob ich spiele oder nicht“, sagt Weigl. Und Wolf ergänzt: „Ich will mir nichts vorwerfen lassen, mache mein Ding und haue mich voll rein.“

So sehr, dass sie abends oft zu platt sind um noch viel zu unternehmen. Abgesehen davon ist ohnehin um 23 Uhr Zapfenstreich. Nur ein Problem haben Weigl und Wolf im Zimmer mit Vollmann und Wittek. Wenn sie abends noch an die Spielkonsole wollen, können sie es nicht. "Der Fernseher hat keinen Anschluss für die Playstation."

 

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