Overtime-Krimi gegen Bamberg FC Bayern Basketball: Technische Debatte

, aktualisiert am 25.04.2016 - 20:34 Uhr
Kassierte nach einer unfairen Aktion gegen Bambergs Brad Wanamaker (l.) ein Technisches Foul: Bayerns Alex Renfroe (r.). Foto: dpa

Nach der Pleite der Basketballer des FC Bayern in der Verlängerung gegen Bamberg sorgt Alex Renfroes Rauswurf für Ärger. „Ich sage lieber nichts!“

 

München - Es waren noch 3:39 Minuten zu spielen und der 17-Punkte-Vorsprung des FC Bayern im Topspiel des Vizemeisters gegen Champion Bamberg beim Spielstand von 75:69 schon auf sechs Zähler zusammengeschmolzen. Bambergs Spielmacher Brad Wanamaker stürmte bei einem Angriff auf den Korb der Bayern zu. Alex Renfroe stoppte ihn mit einem Foul – und beschwerte sich anschließend zum wiederholten Mal heftig über den Pfiff der Schiedsrichter. Die Offiziellen bestraften Bayerns Point Guard dafür mit einem Technischen Foul.

„So etwas habe ich für uns auswärts noch nie gesehen“, sagte Bayern-Coach Svetislav Pesic hinterher über den Wendepunkt der Partie: „Ein technisches Foul gegen den besten Spieler zu pfeifen und ihn mit dem fünften Foul rauszuschicken, das ist schon sehr mutig.“ Renfroe kommentierte die Szene folgendermaßen: „Ich will dazu lieber rein gar nichts sagen. Denn das, was ich sagen wollen würde, wäre teuer für mich.“

Und auch Bayerns Sportdirektor Marko Pesic fühlte sich ungerecht behandelt. „Die Situation war in jeder Hinsicht schlimm für uns“, sagte er. Mit Renfroe habe man schließlich „einen der wichtigsten Spieler verloren, der neun Assists hatte und uns etwas gegeben hat, wenn wir es gebraucht haben“. Pesic junior erinnerte daran, dass Bamberg „aus dieser Situation fünf Punkte gemacht“ hatte, denn Wanamaker verwandelte alle drei fälligen Freiwürfe und traf auch noch beim darauffolgenden Ballbesitz. „Das ist dann ein völlig neues Spiel.“

Wurden die Bayern etwa tatsächlich von den Schiedsrichtern benachteiligt, was Coach Pesic erst am Mittwoch auf der Pressekonferenz öffentlich beklagt hatte? Renfroes Foul war eigentlich unstrittig und seine abschätzige Reaktion in Richtung der Schiedsrichter auch eine, die durchaus als Technisches Foul gewertet werden kann. Pesic fühlt sich und seine Bayern aber schon seit einiger Zeit von den Unparteiischen ungerecht behandelt.

Diesen Umstand hatte er im März nach dem turbulenten Heimsieg gegen die Skyliners Frankfurt sogar zum Anlass dafür genommen, seinen Rückzug aus der Basketball-Bundesliga für diesen Sommer zu „99,9 Prozent“ anzukündigen. Kurz nach Renfroe wurden jedenfalls auch Bambergs Elias Harris und Daniel Theis mit ihrem jeweils fünften Foul vom Feld geschickt. In der Verlängerung dann auch noch deren Teamkollege Darius Miller sowie Bayerns Anton Gavel, also insgesamt drei Bamberger und nur zwei Münchner.

Und deren Trainer wusste eigentlich auch, dass sein Team den fast schon greifbaren Erfolg in erster Linie selbst noch aus der Hand gegeben hatte. Ganze 29 Punkte der Bamberger hatten die Bayern unter den Augen von Edelfan und Ex-Präsident Uli Hoeneß im Schlussviertel zugelassen. „Unser Problem war, dass wir das Spiel nicht kontrolliert haben, obwohl wir in Führung waren“, sagte Pesic: „Gratulation an Bamberg und ihren Coach zu dem verdienten Sieg.“ Andrea Trinchieri nahm die Glückwünsche nach dem 97:90-Sieg in der Overtime gerne an und fand: „Das Spiel war sehr lustig anzuschauen. Es gab viele Comebacks.“ Insgesamt acht Führungswechsel. „Wir haben nicht aufgegeben und viel Charakter bewiesen“, sagte er noch: „Jetzt haben wir den Heimvorteil für die gesamten Playoffs gesichert, das war immer unser Ziel.“

Nach dem Sieg in München steht nun fest, dass Bamberg die Hauptrunde als Tabellenerster abschließen wird. Die Bayern müssen dagegen in den letzten beiden Partien noch um Platz zwei kämpfen. Und zwar auswärts. Am Freitag geht es nach Würzburg, am Sonntag steht dann der Showdown beim punktgleichen Verfolger in Oldenburg an.

 

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