Nach dem 2:2 in Nürnberg Die Löwen beim Club: Ein Punkt und ganz viel Frust

Ein "super" Spiel mit reichlich Löwen-Frust am Ende: Der TSV 1860 München nach dem 2:2 in Nürnberg. Foto: Rauchensteiner/augenklick

"Ein super Fußballspiel mit allem, was dazugehört." - Und doch ärgert sich Löwen-Trainer Fröhling nach dem Derby gegen Nürnberg. „Drei Zähler wären verdient gewesen“

 

München - „Ich denke, dass wir ein super bayerisches Derby gesehen haben, ein super Fußballspiel mit allem, was dazu gehört.“ Fast euphorisch, war es, was Torsten Fröhling nach dem 2:2 beim 1. FC Nürnberg sagte. Und zurecht: Chancen am Fließband, 23 Torschüsse – 1860 verbuchte den zweitbesten Wert aller Zweitliga-Teams der bisherigen Saison. Weil am Ende Christopher Schindler (Pfosten) und Rubin Okotie (vergab freistehend) beste Möglichkeiten ausließen, war am Dienstagmittag der Stolz über die starke Leistung aber dem Frust gewichen.

„Wir ärgern uns, dass wir erst einen Punkt haben. Gegen Freiburg wäre ein Zähler eher verdient gewesen, und gegen Nürnberg drei. Dann wären wir einigermaßen im Soll gewesen“, sagte der Löwen-Trainer.

Immerhin erkannten die Löwen nach zwei Liga-Pleiten eine erneute Leistungssteigerung. „Es war ein Riesen-Schritt nach vorne. Wenn wir uns die Chancen weiter so herausarbeiten, ist es nur eine Frage der Zeit, dass wir den ersten Dreier holen“, glaubt Youngster Marius Wolf, dessen umstrittenes Abseitstor dem Spiel wohl eine andere Wendung gegeben hätte: „Wenn ich das 2:0 mache, sind die tot. Dann gewinnen wir.“

1:0-Torschütze Kai Bülow erklärte auf die Frage nach dem neuen Teamspirit: „Beim gewonnenen Spiel gegen Kiel in München, wo wir uns als Mannschaft zusammengerissen haben, das Spiel umgedreht und den Nichtabstieg geschafft haben, ist etwas entstanden. Und das wächst mittlerweile gut zusammen.“

Eine weitere neue Qualität: Es setzt im Gegensatz zur Vorbereitung keine frühen Gegentore mehr. Daniel Adlung erklärt: „Wir sind von der ersten Minute an hellwach. Wir sind sehr gut warm: Wenn man beim Aufwärmen schon zum ersten Mal über den Punkt geht, ist man gleich voll da. Das sind Stellschrauben, an denen er gedreht hat.“

Fröhling selbst hat auch eine Erklärung für die neue Löwen-Stabilität: „Wir können zurzeit hier ruhig arbeiten. Das ist auch ein Punkt.“ Wenn sogar bei 1860 Ruhe einkehrt, muss es wirklich bald klappen mit dem ersten Sieg.

Dabei müssen die Löwen mehrere Wochen auf Dominik Stahl verzichten: Der Abräumer lässt sich kommende Woche einen Fremdkörper aus seinem Knie entfernen, der sich entzündet hatte.

 

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