Nach CL-Ausscheiden So krachte es zwischen Bayer-Trainer und Reporter

Leverkusen-Trainer Roger Schmidt war nach dem Ausscheiden aus der Championsleague ziemlich angefressen. Foto: dpa

Nach dem Unentschieden zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Barcelona krachte es zwischen Leverkusen-Trainer Roger Schmidt und einem TV-Reporter. In einem Interview löste die mangelhafte Chancenverwertung eine heftige Meinungsverschiedenheit aus.

 

Leverkusen - Die Umstände für ein Weiterkommen waren denkbar schwierig: Bayer Leverkusen benötigte einen Sieg gegen den FC Barcelona, zugleich durfte AS Rom gegen Bate Baryssau nicht gewinnen. Am Ende verfehlten die Leverkusener das Achtelfinale dann aber unfassbar knapp - ein eigenes Tor im 1:1-Unentschieden gegen die Katalenen hat gefehlt. Gegen Barcelona, das mehrere Stars wie Neymar, Suarez oder Busquets schonte, ließ Bayer mehrere Chancen zum Sieg liegen.

Nach der Partie äußerte sich der ganze Frust über das knappe Ausscheiden. Leverkusen-Trainer Roger Schmidt geriet mit Sky-Reporter Jan Henkel im Interview verbal aneinander.

Zunächst ließ Schmidt einen Einblick in seine Gefühlswelt zu, sprach von einem "Drama", "Fassungslosigkeit" und einer "Tragödie". Sogleich schlussfolgerte der 48-Jährige: "Uns fehlen Reife und Coolness." Damit sprach Schmidt vor allem die mangelhafte Chancenverwertung an.

Barca und Leverkusen mit etwa gleich jungen Teams

"Wir sind halt die jüngste Mannschaft der Bundesliga, vielleicht auch der Champions League", führt Schmidt aus und beginnt mit dieser Argumentation den Streit mit Reporter Henkel. Der entgegnet: "Barcelona war auch jung heute."

Im Vergleich: In der Startelf waren die Leverkusener etwas jünger (durchschnittlich 24,3 Jahre) als der FC Barcelona (24,4 Jahre). Beide Teams ließen viele junge Spieler auflaufen. Bei den Leverkusenern gehören etwa Jonathan Tah (19 Jahre) oder Hakan Calhanoglu (21 Jahre) generell zur Stammelf - Barcelona hingegen schonte viele Stars und ließ junge Spieler auflaufen.

Doch die Anmerkung von Reporter Henkel, dass eben beide Teams mit jungen Spielern aufliefen, brachte Schmidt in Rage: "Ham'se sonst noch was dazu zu sagen?"

"Na, das war jetzt nicht Barcelona mit Neymar und Suarez", versuchte sich Henkel weiter.

Daraufhin der Leverkusen-Trainer: "Sie haben doch gehört, was ich gesagt habe. Wir haben doch jetzt über die Champions League insgesamt gesprochen, über die Chancenverwertung. Das hat doch jetzt nichts mit dem Alter von Barcelona zu tun."

Henkel antwortete: "Nein, weil Sie Ihre junge Mannschaft ansprechen."

Dann platzte Schmidt endgültig der Kragen: "Sie haben mich doch danach gefragt, wie man mehr Chancen ausnutzen kann. Dazu habe ich Ihnen eine Antwort gegeben. Wenn Sie noch so ne komische Bemerkung machen, dann können wir das Interview auch abbrechen."

Auf die Drohung antwortete der Sky-Reporter: "Nein, das war keine komische Bemerkung. Das war einfach nur, dass der Gegner heute", ehe ihn Schmidt unterbrach: "Natürlich war der Gegner jung. Aber Sie haben doch gesehen, dass wir nur auf ein Tor gespielt haben, oder nicht? Das hat doch jetzt nicht mit dem Gegner zu tun, dass wir unsere Torchancen nicht genutzt haben."

Abschließend versucht Henkel zu besänftigen und einen ordentlichen Abgang aus dem Interview zu schaffen: "Ich verstehe absolut ihren Ärger. Ich würde mich auch fürchterlich über dieses Spiel ärgern. Wie lange glauben sie, brauchen sie, um das abhaken zu können?“

Schmidt nimmt die Einladug nicht nur an, sondern lässt wieder einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt zu: "Mein ganzes Leben wird das in meinem Gedächtnis bleiben, dass wir das heute nicht geschafft haben." Henkel bedankt sich, Schmidt geht.

 

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