Nach chaotischem Parteitag Bundesvorstand stellt NRW-AfD Ultimatum

Thomas Röckemann, Co-Landesvorsitzender der NRW-AfD, gilt als Sympathisant des "Flügels" um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke. Foto: Swen Pförtner/dpa

Düsseldorf - Nach dem Chaos-Parteitag der nordrhein-westfälischen AfD kommt es zur Machtprobe des Restvorstands mit der Bundesspitze der Partei.

 

Die Bundesspitze fordert die komplette Neuwahl des zwölfköpfigen NRW-Landesvorstandes bis zum 6. Oktober. Andernfalls werde der verbliebene dreiköpfige Vorstand um Thomas Röckemann seines Amtes enthoben. Röckemann sagte am Dienstag auf dpa-Anfrage zunächst nur die Nachwahl von zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern zu, hielt aber seinen eigenen Rücktritt offen.

Zuvor hatte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen noch im "Deutschlandfunk" gesagt, er wisse aus einem Gespräch mit Röckemann, "dass die drei auch geschlossen zurücktreten werden, und es wird bis Anfang Oktober eine komplette Neuwahl des Landesvorstandes geben".

Nach einem heftigen Richtungsstreit war am vergangenen Samstag beim Parteitag in Warburg der als gemäßigt eingeschätzte Co-Vorsitzende Helmut Seifen gemeinsam mit acht Vorstandsmitgliedern zurückgetreten. Der gleichberechtigte Parteichef Röckemann und zwei weitere Mitglieder blieben vorerst im Amt.

Anträge auf ihre Abwahl erreichten zwar mehr als 50 Prozent der Stimmen, aber nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Röckemann gilt als Sympathisant des "Flügels" um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke. Seifen hatte vor einer Unterwanderung der AfD-NRW durch den "Flügel" gewarnt. Der nordrhein-westfälische AfD-Landesverband ist der größte der Partei.

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