Nach Champions-League-Auftakt B & B: Das neue Bollwerk beim FC Bayern

Boateng und Benatia sind die prägenden Figuren gegen Man City. Foto: dpa

Torschütze Boateng und Debütant Benatia sind die prägenden Figuren gegen Man City. „Ein guter Typ, eine Persönlichkeit“, lobt Pep den Matchwinner. Sammer über Benatia: „Er fegt dazwischen“

 

München - Spätsommer in München – das kann auch für einen, der aus Marokko stammt und dessen Wahlheimat in den letzten Jahren Italien war, eine herrliche Sache sein. Und so cruiste Mehdi Benatia wie alle Startelf-Spieler des 1:0 gegen Manchester City am Donnerstagvormittag auf Mountainbikes durch Harlaching und die Isarauen: Regeneration im Sattel. Der Film des Spiels lief dabei nochmal im Kopf ab – bei den Protagonisten des Mittwochabends. Bei Debütant Benatia und Matchwinner Jérôme Boateng, dem Siegtorschützen in Minute 90. Benatia & Boateng – B & B. Sie sind Bayerns neues Bollwerk.

Boateng, der erneuerte Bulle: „Ich dachte, den haue ich jetzt rein“, sagte Boateng, der auch den Eckball zuvor durch einen beherzten Weitschuss erzwungen hatte, weil ihn City-Keeper Hart ins Toraus parierte. So erlebte er seinen Volleykracher mit rechts, der durch Götzes Schulter noch einen speziellen Drall bekam: „Ich habe gehofft, dass der Ball zu mir kommt und habe ihn dann gut getroffen.“

„Man muss immer bis zum Ende daran glauben“, so Boateng. Nie aufgeben – gerade, wenn zuvor die Stürmer Lewandowski und Müller glücklos agierten. Der Glaube – für den gebürtigen Berliner ein wesentliches Element seines Lebens. Aber auch das Vertrauen des Trainers. „Jérôme ist ein Top-Top-Spieler“, begann Pep Guardiola seine Lobeshymne — das kennt man. Die anschließenden Worte über Weltmeister Boateng waren allerdings ungewöhnlich: „Ich habe zu ihm oft gesagt: Wenn du einer der besten Innenverteidiger der Welt werden willst, dann: do it. Er hat alles, ist schnell, kopfballstark, spielt gute Pässe. Ein guter Typ, eine große Persönlichkeit und wird jedes Jahr besser.“

Und jetzt schießt der 26-Jährige auch noch Tore. „Er hat seinen Mut zusammengenommen und in dieser Situation aufs Tor geschossen – das hat er sich verdient“, sagte Manuel Neuer und neckte ihn ein wenig: „Für Jérome ist es nicht so normal, ein Tor zu erzielen. Dass er das mit dem Fuß gemacht hat und nicht mit dem Kopf, freut mich um so mehr.“

Benatia, der ganze neue Bulle: Wegen solcher Typen und Kanten (92 kg bei 1,90 m) hat man die Bayern in den 80er Jahren „die Bullen“ genannt. Bei seinem Pflichtspiel-Debüt, verzögert durch Trainingsrückstand nach Wadenproblemen, überzeugte der Marokkaner mit einer Quote von 91 Prozent angekommener Pässe. Jedoch waren seine Zweikampfwerte mit nur 54 % positiver Bilanz nicht gut, daher auch die drei Fouls – die meisten seiner Mitspieler. Nach 85 Minuten musste der 27-Jährige entkräftet vom Platz.

„Er hat sich absolut gut eingefügt“, lobte Philipp Lahm den 26-Millionen-Euro-Einkauf vom AS Rom nach seiner Bayern-Premiere. Benatias Kennzeichen laut dem Kapitän: „Aggressiv, gutes Tempo, sichere Pässe.“ Torhüter Neuer stellte folgendes Zeugnis aus: „Er hat ruhig, sicher gespielt, wollte wenig Fehler machen, stand in den Zweikämpfen sehr gut da - ein guter Einstand.“ Dazu kommt laut Sportdirektor Matthias Sammer: „Er hat Ausstrahlung, Präsenz. Er fegt dazwischen, wenn es sein muss.“ Ein Bulle eben.

„Mehdi ist eine große Verpflichtung für uns – vielen Dank an Bayern für diesen Transfer. Aber er braucht noch Zeit. Er und Jérôme haben das erste Mal zusammen gespielt, das war sehr gut“, bilanzierte Guardiola das B&B-Debüt in Bayerns Innenverteidigung. Holger Badstuber (BIII) fehlt bis Januar verletzt, Dante wird es schwer haben, in den wichtigen Partien zur Startelf zu gehören.

 

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