Nach Brasilien geflüchtet Strohballenmörder: Justiz bereitet Auslieferungsantrag vor

Vor dem Landgericht Regensburg wurde Thomas L. schuldig gesprochen seinen Onkel getötet zu haben. Nun ist er auf der Flucht. Foto: dpa | Foto: Armin Weigel

Der Strohballenmörder, der vor Antritt seiner Haftstrafe nach Brasilien geflüchtet war, soll mit Hilfe eines Auslieferungsantrags an das südamerikanische Land nach Deutschland zurück gebracht werden.

 

Straubing – Im Fall des nach Brasilien geflüchteten Mörders aus Niederbayern bereitet die deutsche Justiz einen Antrag auf Auslieferung vor. „Mit einem Rechtshilfeersuchen wollen wir erreichen, dass der Mann nach Deutschland zurückkehrt“, sagte Klaus-Dieter Fiedler von der Staatsanwaltschaft Straubing am Freitag. Der Aufenthaltsort des 34-Jährigen, der in Deutschland wegen Mordes rechtskräftig verurteilt ist und vor Antritt seiner Haftstrafe nach Südamerika flüchtete, sei den deutschen Behörden mittlerweile bekannt.

Der Gesuchte hatte in Brasilien persönlich mit einem deutschen Polizisten gesprochen. „Dabei hat er geäußert, dass er nicht freiwillig nach Deutschland zurückkehren werde“, erläuterte Fiedler. Der Mann wird zwar per internationalem Haftbefehl gesucht. Die brasilianischen Behörden erwarten nun aber erst Unterlagen der deutschen Justiz, ehe sie ihn festnehmen können. „Dies dauert einige Zeit, weil die Unterlagen übersetzt werden müssen. Dann werden sie hoffentlich tätig.“

Der Mann, der als „Strohballen-Mörder“ bekanntwurde, sollte Mitte August eine lebenslange Haftstrafe antreten. Als Polizisten ihn in seiner Wohnung in Niederbayern abholen wollten, war er verschwunden. Nach Überzeugung des Landgerichts Regensburg hatte er im Februar 2007 seinen Onkel getötet und die Leiche zwischen Strohballen in der Nähe des Straubinger Tierparks abgelegt.

 

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