Nach Bayern-Drama bei Real Madrid Videobeweis in Champions League? Ein Pro und Contra

, aktualisiert am 02.05.2018 - 20:56 Uhr
Die AZ-Autoren Lukas Schauer und Patrick Mayer diskutieren über das Handspiel von Marcelo im Champions-League-Halbfinale des FC Bayern bei Real Madrid. Foto: Collage AZ/Screenshot Sky

Der FC Bayern wird in der Champions League benachteiligt, weil Schiedsrichter Cüneyt Cakir einen klaren Handelfmeter verweigert. Der Videobeweis hätte wohl helfen können. Sollte es diesen künftig auch in der Champions League geben? Ein Pro und Contra.

 

MünchenEin klares Handspiel von Marcelo, mehrere zumindest fragwürdige Fouls an Robert Lewandowski, Abseitsentscheidungen: Es gab in den letzten Aufeinandertreffen der Bayern mit Real Madrid genug Aufreger um die Schiedsrichter. Fehler passieren, Sven Ulreich kann ein Lied davon singen. Doch bei den Schiedsrichtern gäbe es ein probates Hilfsmittel: den Videobeweis. Die Uefa sollte ihn in der Champions League einführen.

Gerade in der Champions League, wo es um so viel Geld und Prestige geht. Wenn hier wirklich krasse Fehlentscheidungen dank des Videobeweises anders oder überhaupt geahndet werden können, hebt das den sportlichen Stellenwert eines Sieges. Sieg oder Niederlage auf den Unparteiischen zu schieben, wäre dann kein gern genutztes Rechtfertigungsmittel mehr.

Die Uefa könnte zudem aus den Erfahrungen einzelner Landesverbände lernen, die den Videoschiedsrichter bereits im Einsatz haben - und dadurch Schwierigkeiten bei der Umsetzung vermeiden.

Finanziell dürfte die Einführung auch kein Problem sein. In einigen Stadien gibt es die nötigen Kameras bereits und mit den Milliarden an Fernsehgeldern ließe sich das System locker einrichten. Der Sport würde gewinnen, die Fairness sowieso.

Von Lukas Schauer


Ach herrlich schöner Fußball in deiner natürlichsten Form. Was streiten wir wegen dir, was leiden wir wegen dir. Was lieferst du uns nicht für unvergessliche Anekdoten. Auch wegen deiner Fehlentscheidungen.

Zu sozialromantisch? Mitnichten! Längst entfernt sich der Lieblingssport vieler Fans hierzulande von eben diesen Fans. Montagsspiele, Halbzeitshows - und dann noch dieser unsägliche Videobeweis, der so gar nichts mit dem Fußball zu tun hat, mit dem wir groß wurden. 

Einer profitiert von einer Fehlentscheidung, der Andere nicht - so war das schon immer. Aber eben nicht, dass immer dieselben profitiert hätten oder immer dieselben benachteiligt worden wären. Die Mär vom angeblichen Bayern-Dusel völlig entkräftet.

Stattdessen wird vor lauter Videobeweis wohl bald die zweistellige Nachspielzeit geknackt. Wer will denn sowas? Bei der WM 2018 in Russland wird es wieder die überladenen Diskussionen geben. Videobeweis hier, Videobeweis da. Dabei gibt es so viel ursprünglichere Geschichten über Fußballspiele zu erzählen.

In der Champions League besteht die monotone Gefahr nicht. Gut so! Wenigstens hier bleiben uns die ständigen Spielunterbrechungen erspart. Und das soll auch bitte schön so bleiben! 

Von Patrick Mayer

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