Nach Aus für Polit-Talk Günther Jauch drohte angeblich 2014 mit Kündigung

Günther Jauch hört Ende 2015 mit seinem Polit-Talk im Ersten auf Foto: ARD/Marco Grob

Der Riss deutete sich möglicherweise bereits vor einiger Zeit an. Wie "Der Spiegel" nun berichtet, soll Günther Jauch nach einem Disput über einen Talk-Gast bereits 2014 beim NDR-Intendanten mit der Kündigung gedroht haben.

 

Das Ende von Günther Jauch (58) und seiner gleichnamigen Talk-Show am Sonntagabend hatte möglicherweise ein Vorspiel. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe und auf seiner Homepage berichtet, soll es zwischen dem Moderator und dem NDR bereits 2014 zu einer Vertrauenskrise gekommen sein. Im April soll Jauch sogar mit der Kündigung gedroht haben.

Hintergrund des Streits soll demnach eine Sendung gewesen sein, in die Jauch den Rechtsanwalt Christian Schertz einladen wollte. Der Sender merkte an, dass Jauch und der potentielle Gast nicht unbefangen agieren könnten, da Schertz auch der Anwalt des Moderators sei. Jauch habe sich "unbelehrbar" und "uneinsichtig" gezeigt, erinnert man sich laut "Der Spiegel" beim NDR.

Zwar habe Jauch die Einladung an seinen Anwalt zurückgezogen, allerdings ein Schreiben an den NDR-Intendanten Lutz Marmor verfasst, in dem er die Kündigungsandrohung ausgesprochen haben soll. Außerdem soll Jauch in selbigem Brief Eingriffe in seine journalistische Unabhängigkeit beklagt und das fehlende Vertrauen der ARD kritisiert haben.

Anfang Juni gab Jauch bekannt, dass er nicht mehr für den Polit-Talk zur Verfügung stehe, und seinen Ende 2015 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängert. "Über das Angebot [...] zur Vertragsverlängerung habe ich mich sehr gefreut. Sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen habe ich es nicht angenommen", erklärte Jauch. Die ARD-Sendeanstalten gaben mittlerweile bekannt, dass Anne Will (49) mit ihrer Talk-Show ab 2016 den Sendeplatz übernehmen wird.

 

 

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