Nach Assals Grill-Aktion SPD verurteilt Skandal-Sau

Das Grill-Schwein von hinten. Foto: privat

Die witzig gemeinte „Grillaktion“ von Stadtrat Josef Assal (SPD) finden seine Parteifreunde gar nicht komisch.

 

München -  Die Münchner SPD hat die Grillaktion ihres Stadtrats Josef Assal öffentlich verurteilt. Wie berichtet hatte der SPD-Mann, der auch Bezirksausschuss-Vorsitzender in Aubing ist, eine mit Lebensmittelfarbe beschriftete Sau gegrillt. Auf dieser stand unter anderem „Münchner Stadtrat“ und „Aubinger CSU“. Bei einem Straßenfest wurde das Schwein geröstet – und mit ihm, zumindest symbolisch, auch Assals Kollegen.
Der Tiefpunkt einer politischen Schlammschlacht, die seit langem in Aubing tobt.

Die Münchner Parteispitze distanzierte sich gestern in einer Pressemitteilung von der Entgleisung. Der SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann teilte mit: „Ich finde diese Aktion inakzeptabel. Sie überschreitet eindeutig die Grenzen des politischen Anstands.“

Er habe am Mittwoch in einem längeren Telefonat mit seinem Kollegen Assal klar gemacht, dass diese Aktion nicht im Sinne der SPD München sein könne – und ihn gebeten, so was künftig zu unterlassen.

Zwar stellt Pfaffmann in der Mitteilung die „großen Verdienste“ Assals bei seiner politischen Arbeit heraus. „Dies rechtfertigt jedoch nicht solche persönlichen und beleidigenden Angriffe“, heißt es dort weiterhin. Deshalb entschuldigt sich der Münchner SPD-Vorsitzende „stellvertretend für Josef Assal bei den betroffenen Personen“.

Ist es damit jetzt getan? Oder hat Assal weitere Konsequenzen zu befürchten? Heute wird sich wohl auch der Ältestenrat mit der Grill-Geschichte befassen. Er könnte Assal zum Beispiel rügen und zu einer Entschuldigung auffordern.

Außerdem steht ja auch noch die Listenaufstellung für die Kommunalwahl im März an. Ob die schweinische Provokation im Hinblick darauf eine schlaue Idee von Assal war? SPD-Fraktionschef Alexander Reissl antwortet: „Es sind sich so ziemlich alle einig, dass das nicht geht, was er da macht – bis weit in die SPD hinein.“ Man werde sehen, welcher Schluss daraus gezogen werde.

Assal selbst gibt sich im Gespräch mit der AZ gestern kleinlaut. „Das Ganze war eher ironisch-spöttisch gemeint.“ Eine Demonstration habe es sein sollen. „Das ist voll daneben gegangen.“

Der SPD-Mann sieht sich als Opfer einer Rufmord-Kampagne und klagt über Drohbriefe. Fakt ist: Die politische Auseinandersetzung in Aubing ist völlig aus dem Ruder gelaufen.

Zuletzt ging es vor allem um die Zukunft der Freihamer Allee. Die Bahn will eine Unterführung bauen und dafür alte Bäume fällen. Assal ist dagegen, startete ein Bürgerbegehren, für das er ausgerechnet den Briefkopf des Bezirksausschusses nutzte, dessen Vorsitzender er ist. Der Stadtrat votierte für die Unterführung.

Assal selbst hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er mit „Münchner Stadtrat“ auf dem Schweinerücken die Fraktionschefs von CSU und FDP, aber auch seinen eigenen Parteikollegen Alexander Reissl meinte.

Parteichef Hans-Uli Pfaffmann will sich nun „ein Bild von der Gesamtsituation“ machen. Erst dann könne man entscheiden, „was das für Konsequenzen haben kann oder soll“.

 

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