Nach 25 Jahren zurück ins Fernsehen Darum ist die Mystery-Serie "Twin Peaks" kult

Joan Chen, Michael Ontkean, Kyle MacLachlan, Piper Laurie (v.l.n.r.) spielten allesamt in der Kultserie "Twin Peaks" mit Foto: ddp images

2016 soll die dritte Staffel von "Twin Peaks" ins US-Fernsehen kommen - exakt 25 Jahre nach dem vorläufigen Ende der Kultserie. Doch was machte eigentlich den Hype um "Twin Peaks" aus?

 

Diese Nachricht ließ Serienfans aus aller Welt vor Freude aufschreien: "Twin Peaks" kehrt 2016 nach 25 Jahren ins Fernsehen zurück. Aber was macht den Kult um die US-Serie von David Lynch (68, "Blue Velvet") und Mark Frost (60) aus? Eine Spurensuche durch das mysteriöse "Twin Peaks"...

Es ist vor allem die Machart der Serie, die Anfang der 1990er Jahre für etwas gänzlich Neues stand. Erstmals verschmolzen die Grenzen einzelner Genres miteinander. Das starre Korsett einer Soap-Opera wurde gesprengt und angereichert mit kriminalistischen, melodramatischen, mystischen und auch humoristischen Elementen. Lynch' und Frosts Idee war es, einen Mordfall als roten Faden für eine Seifenoper zu verwenden, um den herum viele kleine andere Plots erzählt werden.

Die "Los Angeles Times" lobte 1990 die Serie mit den Worten: "'Twin Peaks' wankt am äußersten Rande ausgezeichneter Absurdität." Die Genialität der Serie sei es, dass sie sowohl "auf dem Level eines subtil albernen Melodramas spielt, als auch auf dem Level eines rätselhaften Krimis". Wie einzigartig "Twin Peaks" war, zeigte sich alleine schon durch den großen Einfluss auf andere Serien. So gilt das Werk von Lynch und Frost als Vorläufer von "Akte X - die unheimlichen Fälle des FBI" mit David Duchovny, der übrigens auch schon in "Twin Peaks" mitspielte.

Das Konzept des Klassikers wurde auch in späteren Erfolgsserien wie "24" oder "Lost" aufgegriffen. Zudem wirkte sich ein anderer Kniff der Serie positiv auf die Zuschauer aus: Mit der fiktiven Stadt Twin Peaks hatte das Autoren-Duo ein Parallel-Universum geschaffen, in dem jeder sofort das Gefühl hatte, sich heimisch zu fühlen. Auch die dort angesiedelten Einwohner wirkten von Anfang an wie alte Vertraute auf das TV-Publikum. Manche Charaktere wurden zudem absichtlich überzeichnet, was ihnen zusätzliche Tiefe verlieh und sie somit noch interessanter und teils auch undurchsichtiger für die Zuschauer machte.

Die Website "metacritic.com", die Kritiken verschiedener Zeitungen und Internetseiten zusammenfasst und anschließend mit der sogenannten "Metascore" (0 = schlecht; 100 = top) bewertet, verteilt satte 96 Punkte an "Twin Peaks". Und auch in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Me.Movies" rankt die Kultserie auf Rang zehn der 33 besten Serien aller Zeiten. Nicht umsonst schrieb die "Los Angeles Times" damals: "'Twin Peaks' ist eine Seifenoper, wie keine andere Seifenoper, es ist Fernsehen, wie kein anderes Fernsehen."

Hinzukommt als weiterer Kultfaktor, dass retrospektiv betrachtet eine große Anzahl heutiger Hollywood-Stars in der Serie mitwirkten. Neben dem bereits genannten Duchovny fanden sich im Cast weitere prominente Namen wie "24"-Star Kiefer Sutherland, Miguel Ferrer ("Iron Man 3"), Robyn Lively, die Schwester von Blake Lively, oder auch die Sänger und Schauspieler David Bowie und Chris Isaak. Selbst David Lynch übernahm eine Rolle in seiner eigenen Serie.

In insgesamt 29 Folgen untersuchte zwischen 1990 und 1991 FBI-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) den Mord an Teenager Laura Palmer (Sheryl Lee). "Twin Peaks" wurde unter anderem mit drei Golden Globes und zwei Emmys ausgezeichnet. Über die neun neuen Folgen, die ab kommendem Jahr gedreht werden, ist noch wenig bekannt. Allerdings wurde McLachlan bereits für die Fortsetzung bestätigt. Die Fans dürfen also gespannt sein, welche Details in den nächsten Wochen und Monaten noch durchsickern werden.

 

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