Nach 1:0 gegen Frankfurt Bayern schlampig: Guardiola schwitzt – Bruchhagen tobt

Links: Bayern-Coach Pep Guardiola, Rechts: Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Foto: firo/Augenklick

Auch unter Trainer Pep Guardiola bleibt Bayern München auf Rekordkurs. Der 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt sorgte jedoch angesichts der umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen für reichlich Zündstoff.

 

Frankfurt/MainPep Guardiola war ordentlich ins Schwitzen geraten. Die Ärmel seines blütenweißen Hemdes hatte der Trainer von Bayern München nach dem 1:0 (1:0)-Zittersieg bei Eintracht Frankfurt hochgekrempelt, denn die Luft im Presseraum war stickig. In der Mixed Zone hatten die hitzigen Diskussionen über zwei umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen zugunsten des Rekordmeisters da schon längst ihren Siedepunkt erreicht.

Auch das nicht überzeugende Starensemble des Triple-Gewinners wusste nach dem aberkannten Kopfballtor von Frankfurts Alexander Meier (42.) und einem nicht geahndeten Foul an dem 30-Jährigen im Strafraum (90.+2) um die Brisanz des zweiten Saisonsieges. "Es wurde am Ende eng, aber das haben wir uns selbst zuzuschreiben. In unserem Spiel hat das zweite Tor gefehlt", monierte Bayerns Nationalkeeper Manuel Neuer, der bei dem wegen Abseits aberkannten Treffer von Meier "einfach mal den Arm gehoben und auf den Pfiff gehofft" hatte.

Weniger Glück hatte Heribert Bruchhagen eine Woche nach der 1:6-Schmach bei Hertha BSC. Der Eintracht-Vorstandsboss machte Schiedsrichter Peter Gagelmann für die zweite Niederlage im zweiten Bundesligaspiel mitverantwortlich. "Um einen Punkt zu holen, braucht man eine konzentrierte Linienrichter-Leistung. Aus meiner Sicht gab es keinen Anlass, die Fahne zu heben", sagte Bruchhagen über das vermeintliche 1:1 durch Meier.

Der Offensivspieler hatte einen Kopfball von Johannes Flum über die Linie gedrückt – der Ball wäre aber auch ohne den Einsatz von Meier ins Tor gegangen. "Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich weggeblieben", kommentierte Meier. Gagelmann wähnte ihn fälschlicherweise in Abseitsposition, übersah aber, dass Meier den Ball mit der Hand über die Linie bugsiert hatte. Der ehemalige FIFA-Referee Markus Merk bezeichnete den Treffer bei Sky als irregulär, weil Meier "die Hand zur Hilfe nahm. Die Abseitsentscheidung war falsch, aber es wäre ohnehin kein reguläres Tor gewesen", sagte Merk.

Meier stand auch im Mittelpunkt, als er in der Nachspielzeit auf Neuer zulief und von Dante sowie Jerome Boateng in die Zange genommen wurde. "Er lässt sich nie hinfallen. Meier kriegt in 400 Jahren keinen Elfmeter mehr", echauffierte sich Bruchhagen. Auch Frankfurts Trainer Armin Veh, dessen Team am Donnerstag im Play-off-Hinspiel um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bei FK Karabach Agdam/Aserbaidschan antreten muss, war sich sicher: "Es war ein klarer Elfmeter. Wenn du benachteiligt wirst, holst du keinen Punkt."

Neuer setzte diesbezüglich die Kritik lieber bei seinen Mannschaftskollegen an. "Wir haben am Ende noch so eine Großchance zugelassen. Das hätte nicht sein müssen", meinte der 27-Jährige, der sich jedoch über den eingestellten Vereinsrekord von 27 Spielen ohne Bundesliga-Niederlage aus dem Jahr 1989 freute.

Neuer wollte nach der in der zweiten Halbzeit enttäuschenden Vorstellung der Bayern nicht den Stab über seine Mitspieler brechen. "Die Null stand ja." Bei der Chancenverwertung allerdings schlampte die Guardiola-Elf. Toni Kroos (9.) beispielweise traf mit einem Kopfball nur den Pfosten. Zumindest Mario Mandzukic (13.) war treffsicher und erzielte seinen zweiten Saisontreffer.

Handzahm gab sich Arjen Robben. Der Niederländer musste in der Startelf Xherdan Shaqiri weichen und wurde erst in der 74. Minute eingewechselt. "Der Trainer will, dass ich in der Hinrunde fit bleibe. Wir brauchen alle Spieler", sagte der verletzungsanfällige Robben.

Guardiola selbst nannte die 15 Länderspiel-Abstellungen der Bayern unter der Woche als einen der Gründe für den am Ende glücklichen Erfolg. "Es sind immer schwierige Spiele, wenn die Spieler von Länderspielen kommen", meinte Guardiola, der Mario Götze noch vertrösten musste. Der ehemalige Dortmunder stand erstmals nach seinem Wechsel bei einem Pflichtspiel im Kader des Meisters – wurde aber nicht eingewechselt. "Er ist ein großer, großer Spieler. Aber er hat erst sieben, acht Trainingseinheiten absolviert", erklärte der Bayern-Coach.

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