Mutter angeklagt Tochter (7) für Missbrauch zur Verfügung gestellt?

Der Mutter wird vorgeworfen ihre Tochter betäubt zu haben, damit sich ihr Bekannter in Ruhe an ihr vergehen konnte. Foto: dpa

Vor zehn Jahren soll laut der Landshuter Staatsanwaltschaft eine Mutter ihre siebenjährige Tochter einer Internetbekanntschaft für sexuellen Missbrauch zur Verfügung gestellt haben. Das berichtet sueddeutsche.de am Mittwoch.

 

München - Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, wäre es wohl einer der erschütterndsten und widerlichsten Missbrauchfälle in Deutschland. Wie "sueddeutsche.de" am Mittwoch berichtete, ergaben Ermittlungen der Landshuter Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass eine Mutter aus dem Landkreis Ebersberg ihre siebenjährige Tochter einer Internetbekanntschaft aus dem Landkreis Erding mindestens sieben Mal für schweren sexuellen Missbrauch zur Verfügung gestellt haben soll.

Tochter betäubt, damit sich der Mann an ihr vergehen kann

Die inzwischen 43 Jahre alte Frau soll demnach ihre Tochter mit Medikamenten betäubt haben, damit ihr drei Jahre älterer Bekannter sich in Ruhe an dem Mädchen vergehen konnte. Die mutmaßlichen Täter stehen inzwischen vor dem Landgericht Landshut vor Gericht. Viel mehr als die Anklageverlesung fand laut dem Bericht der "SZ" dort am ersten Verhandlungstag nicht statt. Die Verhandlung wurde auf Anfang September vertagt.

Die Anklage basiert, wie Klaus Ruhland, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut der "SZ" bestätigte, zum größten Teil auf der Auswertung von gespeicherten Internet-Chats zwischen den beiden Angeklagten, auf die die Ermittler nur stießen, weil gegen den 46-Jährigen, der derzeit wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen im Gefängnis sitzt, wegen eines weiteren Falls von sexuellem Missbrauch nachermittelt wurde.

Bei diesen Ermittlungen stießen die Ermittler dann auf umfangreiche Chat-Unterhaltungen mit Frau aus dem Landkreis Ebersberg. Daraufhin wurde auch deren Haus durchsucht, ihr Computer sichergestellt und ebenfalls durchleuchtet.

Der Verdacht, dass die Frau ihr eigenes Kind für sexuellen Missbrauch zur Verfügung gestellt hat, erhärtete sich dadurch.

Über Sex-Fantasien mit Kindesmissbrauch gechattet

Der Anklageschrift zufolge haben sich die beiden im Jahr 2005 im Internet kennengelernt, wo der Mann ausführlich von sexuellen Fantasien über Kindesmissbrauch schrieb. Die Angeklagte habe sich demgegnüber offen gezeigt eingewilligt, ihm ihre eigene Tochter "zur Verwirklichung seiner sexuellen Fantasien zur Verfügung" zu stellen, zitiert die "SZ" die Anklageschrift. Mindestens sieben konkrete Taten werden den Angeklagten vorgeworfen

Laut dem Bericht zielt die Verteidigung der Angeklagten darauf ab, es so darzustellen, dass es keine echten Missbrauchsfälle gegeben habe, sondern nur Internet-Chats, in denen sie Fantasien über Kindesmissbrauch ausgelebt hätten.

 

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