Münchner wegen Missbrauchs vor Gericht Stieftochter begrapscht?

Ihm wird Missbrauch von Schutzbefohlenen vorgeworfen: Ante S. auf der Anklagebank. Foto: Daniel von Loeper

Der Münchner soll sich acht Mal an ihr vergangen haben. Außerdem habe er seine Stieftochter öfter geschlagen und an den Haaren gerissen. Er streitet die Vorwürfe ab.

 

München - Alles Lüge, sagt Ante S. (alle Namen geändert). Dem Münchner Sicherheitsdienstler (35) wird vorgeworfen, in acht Fällen die damals 14-jährige Petra F., Tochter seiner zweiten Ehefrau Maria (36), sexuell missbraucht zu haben. Außerdem habe er seine Stieftochter laut Anklage zwischen dem 1. September 2010 und dem 17. September 2011 öfter geschlagen und an den Haaren gerissen.
In einigen Fällen habe er das nackte Mädchen beim Duschen im Badezimmer abgepasst und im Intimbereich begrabscht. Das Mädchen habe dabei Schmerzen erlitten.

Hintergrund der Anklage sei der Sorgerechtsstreit zwischen den leiblichen Eltern, glaubt Ante S. Der Vater des Mädchens habe bei seiner Frau angerufen, sie mit den Vorwürfen konfrontiert und dem „Neuen“ gedroht. „Ich bin dann selber zur Polizei gegangen, weil ich mich unschuldig fühlte.“

Dass er seiner Stieftochter einmal eine Watschn verabreicht habe, gibt der kroatische Kriegsveteran zu. Aber nur, weil sie geraucht habe. Dass würde jeder Vater in so einer Situation machen, glaubt er. Seine Strenge habe vielleicht zu den Vorwürfen geführt. Petras leiblicher Vater habe sie aber beeinflusst und angestiftet.

Die Verteidigung beantragte bislang erfolglos, die Glaubwürdigkeit des Mädchens prüfen zu lassen. Sie habe widersprüchliche Angaben gemacht. Laut einem ärztlichem Attest ist die Zeugin noch Jungfrau.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde dann im Gerichtssaal das Vernehmungsvideo des Mädchens vom Oktober 2011 vorgeführt. Noch im Januar soll sie gesagt haben, dass sie die Anzeige zurückziehe.

Auch ihre Mutter glaubt nicht an das Vergewaltigungs-Szenario. Doch bislang hält Petra F. ihre Vorwürfe gegen Ante S. aufrecht. Sie lebt derzeit im Heim, das Jugendamt hat vorübergehend das Sorgerecht übernommen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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