Münchner Flughafen Zoll und Bundespolizei stoppen Albaner mit gefälschtem Ausweis

Mit Know-how und modernsten technischen Möglichkeiten überprüft die Bundespolizei Dokumente. (Beispielbild) Foto: Bundespolizeiinspektion Flughafen München

Bundespolizei und Zoll haben am Donnerstag die Reise eines albanischen Staatsangehörigen vorzeitig am Flughafen München beendet - laut Pass war er Griechischer Staatsbürger.

 

München/Freising - Am Donnerstag ist den Zollbeamten bei der Kontrolle eines Reisenden am Ankunftsgate des Fluges aus Madrid, ein Mann aufgefallen, der sich als Grieche ausgegeben hatte. Eigentlich waren die Beamten auf der Suche nach Schmuggelware und Drogen.

Den Beamten fielen bei der Kontrolle Manipulationen an der griechischen Identitätskarte des Mannes auf. Daher baten sie Spezialisten der Bundespolizei um Unterstützung. Die Bundespolizisten bestätigten den Verdacht der Zöllner. Sie fanden heraus, dass das Lichtbild im Dokument ausgetauscht worden war.

Bei der anschließenden Vernehmung auf der Bundespolizeiwache stellte sich heraus, dass der angebliche Grieche in Wahrheit Albaner ist. Die gefälschten Papiere hatte er von einem Landsmann in Tirana für umgerechnet etwa 6.000 Euro gekauft. Er habe fest darauf vertraut, dass das griechische Dokument echt sei, beteuerte der 28-Jährige.

Eines Tages habe er die Idee gehabt, nach Großbritannien zu gehen - in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und seine Familie. Von Freunden sei ihm ein Landsmann als vertrauenswürdiger Helfer empfohlen worden. Bei einem ersten Treffen habe er den Preis verhandelt und ein Lichtbild übergeben. Vier Wochen später sei dann das vermeintlich echte Dokument fertig gewesen. Ein wenig Bedenken habe er schon gehabt, aber auch zwei Freunde hätten die Echtheit des Ausweises bestätigt. Da habe er dem Dokumentenbeschaffer die Hälfte der vereinbarten Summe ausgehändigt. Der Rest sollte nach Ankunft in Großbritannien bezahlt werden.

Anschließend machte er sich auf den Weg nach England. Die Reise sollte ihn per Flugzeug über Rom, Madrid und München nach London führen. Bis nach Spanien habe er seinen echten albanischen Reisepass benutzt, für den Rest der Reise die griechische Identitätskarte. Alles vom Unbekannten so empfohlen. Im Erdinger Moos war dann allerdings Schluss. Völlig überrascht sei er ob des Umstandes, dass der griechische Ausweis falsch sein soll. Er stehe mehr oder weniger unter Schock und fühle sich betrogen. Umgehend wolle er wieder nach Albanien, um gegen den Dokumentenbeschaffer Anzeige zu erstatten.

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Bevor er dies aber in die Tat umsetzen konnte, musste sich der 28-Jährige selbst einer Anzeige wegen Urkundenfälschung, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts stellen und zur Sicherung des Strafverfahrens 360 Euro bei der Bundespolizei hinterlegen.

 

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