Münchner Bier Paulaner: Die Pläne zur Brauerei in Langwied

Paulaner: Ab 2015 soll das Bier in Langwied gebraut werden. Foto: Sigi Müller

Der neue Paulaner-Bau soll künftig „das Erste sein, was man von der Stuttgarter Autobahn kommend sieht von München“. Weil auch die Pasinger mehr Verkehr fürchten, stellt die Brauerei ihre Pläne vor

 

München - Der Saal im Pasinger Rathaus ist gut besucht, und Paulaner-Chef Andreas Steinfatt begrüßt das Publikum. Die Pasinger sind besorgt, was den Neubau der Brauerei in Langwied angeht und das damit eingehende Verkehrsaufkommen. Paulaner will die neuen Nachbarn aufklären: Warum sie nach Langwied ziehen, was am Neubau geplant ist, und wie das die Pasinger betrifft.

Christian Dahncke, der Braumeister, fasst die Gründe für den Umzug zusammen: „Paulaner-Bier wird auch im Ausland immer beliebter, wir wollen wachsen“, sagt er. Die Kapazitäten am Nockherberg aber seien ausgeschöpft.

Der Trend zum Konsum von 0,33er-Flaschen sei aufwändiger in der Abfüllung, aufwändigere Innovationen wie das Weißbier; auch das immer beliebter werdende alkoholfreie Weißbier brauche Platz.

Den hat man in Langwied – mit 15 Hektar ist das Gelände südwestlich der Kreuzung zwischen der A8 und der A99 fast doppelt so groß wie das am Nockherberg. Und dort kann man die Abläufe optimieren – und außerdem so produzieren, dass Paulaner zu den umweltfreundlichsten Brauereien Europas gehören will.

Die Pasinger interessiert aber vor allem der Neubau. „Gerade diese Lage am Autobahnkreuz vor den Toren der Stadt sorgt dafür, dass die Brauerei für die, die von der Stuttgarter Autobahn kommen, das Erste sein wird, was sie von der Stadt sehen“, heißt es von Seiten des Planungsbüros Jestaedt und Partner. Deswegen ist vor einem Monat der Fassadenwettbewerb angelaufen, zu dem einige Architekturbüros eingeladen worden sind. Die Brauerei soll ein Vorzeigebau werden.

Weil auch Spaten vor drei Jahren in Erwägung zog, auf das Langwieder Grundstück umzuziehen, besteht bereits ein Bebauungsplan für das Gelände, der nur abgeändert werden muss. Die Hochspannungsleitungen etwa sollen unterirdisch verlegt werden – auch weil der Sudturm 28 Meter in die Höhe ragen wird, die Kamine 33 Meter, um die Anwohner vor Gerüchen zu schützen.

Die fürchten eher Verkehrslärm: 460 Lkw-Fahrten täglich, drei Prozent davon auf der Pasinger Mühlangerstraße. Die Paulaner-Lkw würden nur einen geringen Teil des Lastverkehrs auf den Zufahrtswegen ausmachen, beschwichtigt die Brauerei. Mitte 2013 soll das Planungsverfahren abgeschlossen sein, Anfang 2014 die Bauarbeiten beginnen – und Ende 2015 soll in Langwied gebraut werden.

 

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