Münchens Fisch-König Peter Feigl: 30 Jahre Liebes-Pause, jetzt Traumhochzeit

Rechts der 1. Versuch: Peter Feigl und Anja von Borch 1988 beim 50. Geburtstag ihres Vaters. Jetzt lassen sie sich nicht mehr los. Foto: privat

Münchens Fisch-König Peter Feigl und seine Anja lernen sich 1988 kennen und lieben, aber nur kurz. Jetzt sagen sie Ja. In der AZ erzählen sie ihre romantische Geschichte.

 

Es ist eine klare Sommernacht, die Sterne funkeln, als Münchens Fisch-König Peter Feigl (49, Atlantik Fisch) vor Anja von Borch (48) nach der Arbeit auf einer Wiese in Neubiberg auf die Knie fällt und die Frage aller Fragen stellt. Sie sagt Ja, natürlich. Am 18. Mai heiraten sie mit 140 Freunden auf Schloss Amerang in Oberbayern. Die Freunde des Paares sind darüber nicht überrascht, sie wussten gleich, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Damals, vor 30 Jahren.

Nur bei Peter und Anja hat das ein bisserl länger gedauert. In der AZ erzählen sie ihre ungewöhnliche und dabei so wunderbar romantische und verrückte Liebesgeschichte.

"Wir haben uns wiederentdeckt, obwohl wir uns nie verloren haben"

Es beginnt 1988, Peter arbeitet als Koch im Café Interview am Gärtnerplatz, Anja als Bedienung. Es funkt, sie werden ein Paar, ziehen zusammen, obwohl Anja gerade mal 19 ist.

Das Glück hält leider nicht lang, wie das manchmal eben so ist. "Auseinandergelebt haben wir uns", sagen sie heute. In Wahrheit ahnen sie vielleicht, dass sie die Richtigen füreinander sind. Aber es ist zu früh. Beide wollen sich noch anderweitig, naja, umschauen. Auch wenn es danach mal daneben geht. All das passiert.

Peter verliebt sich neu, heiratet, bekommt Kinder und trennt sich. Anja verliebt sich neu, heiratet, bekommt Kinder und trennt sich.

Der Kontakt bricht nie ab. Schon allein, weil man sich in der Gastronomie in München ständig über den Weg läuft. Und weil Peter zu Anjas Mutter ein enges Verhältnis pflegt. Im Sommer 2015 ist es so weit. "Wir haben uns wiederentdeckt, obwohl wir uns nie verloren haben", beschreibt es Anja.

Zu einem Freundestreffen lädt Peter, der mit dem Atlantik Fisch im Schlachthofviertel jetzt längst sein eigenes Restaurant hat, auch Anja ein. Die Einladung klingt nett, warum nicht, denkt sie sich. Es gibt Kartoffelbrei mit Kaviar und Gespräche bis vier Uhr morgens.

Erst ist nix gelaufen, doch Peter blieb am Ball

Die Nacht verbringen sie im kleinen Zimmer überm Atlantik Fisch. "Es ist nix gelaufen. Wir sind in Löffelchen-Stellung eingeschlafen", sagt Anja schmunzelnd. Doch Peter bleibt am Ball. Ruft an, lädt sie zum Essen ein, kämpft um die alte neue Liebe.

"Ich hole dich mit dem Herzblatt-Hubschrauber ab", sagt er eines Tages am Telefon zu ihr. "Nimm Badesachen mit – und Zeit." Drei Tage und Nächte verbringen sie in der Überfahrt am Tegernsee.

Es funkt. Wieder. Stärker und heftiger als 1988. Kurz darauf steigt Anja ins Atlantik ein, weil gerade Not am Mann ist. Seitdem schmeißen sie das Lokal zusammen, wie auch ihr restliches Leben. "Wir sehen uns rund um die Uhr und lieben es."

Zusammen haben sie fünf Kinder (8-26) – und diese schöne Bestätigung: "Wir sind der beste Beweis, dass man in der Liebe nicht aufgeben darf. Es ist nie zu spät für ein Happy End."


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