Münchens erste „Brow Bar“ Zupfen, schneiden, biegen

Auweh! Sahin Sah lässt sich hier gerade seine Augenbrauen zupfen. Er wirkt dabei eigentlich ganz entspannt. Foto: Petra Schramek

Ein neuer Trend, der jetzt auch München erreicht hat: Es geht um die Augenbrauen, den Bart und die Wimpern.

Maxvorstadt - In einer Ecke hängen Schwarz-Weiß-Bilder. Man sieht buschige Brauen, gestutzte Brauen, wilde Brauen und zarte Brauen, sie gehören zu den Gesichtern berühmter Frauen wie Audrey Hepburn, Frieda Kahlo oder Cara Delevigne – die, das nur am Rande, schon seit Jahren die meistbeachteten Brauen der Welt hat.

Ja, es geht um die Augenbraue in „The Browery“, Münchens erster „Brow Bar“ in der Amalienstraße. Vor eineinhalb Jahren haben die beiden libanesischen Schwestern Rada Fares (28) und Amira Staehle (36) den Brauensalon gegründet, es ist einer der ersten in Deutschland. Weil der Andrang so groß war, haben sie vor ein paar Monaten noch ein zweites Geschäft in der Neuhauser Straße eröffnet.

Der Andrang ist groß: Männer machen schon 20 Prozent aus

Ganz München im Brauenfieber. Da möchte man jetzt schon ganz gern wissen: Wie konnte das passieren?

„Es gab schon immer Trends bei Augenbrauen“, sagt Rada Fares. Noch vor zehn Jahren hätten sich Frauen ihre Brauen schmal gezupft, jetzt sollen sie so voll und buschig sein wie die von Topmodel Cara Delevigne. Und: „Seither sind Brauen auch generell mehr im Trend.“

Man könnte auch sagen, dass die Wirkung der Brauen erst jetzt erkannt wird. Schließlich beeinflussen sie das ganze Gesicht und den Gesichtsausdruck. Eine Kahlo’sche-Monobraue intensiviert den Blick, eine zarte Braue wirkt kindlich-verspielter.

Amira Staehle hatte bis vor eineinhalb Jahren nichts mit Brauen zu tun, sie arbeitete in der Marketingabteilung einer Nachrichtenagentur. Ihre Schwester Rada schon. Sie arbeitete als Kosmetikerin und beherrschte die Fadentechnik zur Haarentfernung, die besonders für Augenbrauen geeignet ist, weil sie so exakt ist. Bei dieser Technik aus dem Orient werden die Haare durch das Zwirbeln eines Baumwollfadens herausgezogen. Aua...

„Als ich in der Babypause war, haben wir beschlossen, uns selbstständig zu machen“, sagt Amira Staehle. Mit einem Brauen- und Make-up-Studio.

Fünf Mitarbeiterinnen haben die Schwestern schon, in ihrem Salon kommen Schülerinnen, aber auch Rentnerinnen. „Die meisten lassen sich ihre Augenbrauen formen und färben“, sagt Fares, beliebt sei aber auch das sogenannte Microblading. Glaubt man den Frauenzeitschriften, ist das der Trend. „Mit einer feinen Nadel werden kleine Härchen in die Braue gezeichnet“, sagt Staehle. So werden sie verdichtet.

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Wer bis jetzt denkt, dass sich für all das nur Frauen interessieren, täuscht sich. „Es kommen immer mehr Männer“, sagt Amira Staehle, mittlerweile seien es an die 20 Prozent. Die meisten lassen sich die Brauen oder den Bart formen, einige auch die Wimpern liften. Dabei werden die Wimpern nach oben gebogen.

Weil gerade das neue Jahr begonnen hat, am Schluss noch eine Frage: Wie trägt man die Brauen 2017? „Nicht mehr ganz so burschikos wie 2016, aber ein bisschen Shape kann drin sein“, sagt Rada Fares. Die Frau mit den schönsten Augenbrauen haben Wissenschaftler des „Zentrums für fortgeschrittene Kosmetik und plastische Chirurgie“ in London übrigens schon ermittelt: Kim Kardashian. Ihre Brauen haben den perfekten Schwung.

 

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