München Wer denkt noch an Valentin?

Karl Valentin Foto: ap

MÜNCHEN - Die Urenkelin und Fans des Querdenkers kämpfen für ein kulturelles Zentrum für den „größten Künstler der Stadt“.

 

Karl Valentin und München – das ist auch heute noch keine wirklich innige Beziehung. Der Nachlass ruht in Köln, das „Musäum“ kann nur einen kleinen Abriss aus dem Schaffen des unnachahmlichen Querdenkers geben. Und eine öffentliche Einrichtung, die den Namen des Komikers trägt, gibt es auch nicht. „Karl Valentin wird in München nach wie vor stiefmütterlich behandelt“, klagt dessen Urenkelin Rosemarie Scheitler.

Ein Zustand, den die Karl Valentin Gesellschaft nicht hinnehmen will: Eine Schule soll nach Valentin benannt werden. Und ein Karl Valentin-Zentrum muss her.

Große Pläne – doch Rosemarie Scheitler ist realistisch: „Das wird schwierig. Ob die Stadt was dazu gibt?“ Ihr Mitstreiter, der Schriftsteller Alfons Schweiggert, sagt: „München hat viel verschlafen.“ Ein Zentrum für den „größten Künstler der Stadt“ hält er für absolut überfällig.

Das sieht auch Valentin-Urenkelin Scheitler so: „Wir versuchen, dass er nicht ganz in der Versenkung verschwindet.“ Dass das Projekt angesichts knapper öffentlicher Kassen „schwierig“ wird, ist ihr klar: „Das ist eine Vision, aber man darf nie gleich aufgeben. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, mal im kleinen Stil anzufangen.“ Als Konkurrenz zum Musäum ist das Zentrum nicht gedacht: Dort sollen Valentin-Stücke gespielt werden und kulturelle Veranstaltungen Platz finden. Rosemarie Scheitler: „Es gibt tausend Dinge, die dort stattfinden können.“

Auch das mit der Karl Valentin-Schule ist nicht ganz einfach. Bisher ist offenbar noch niemand auf diese Idee gekommen. Schul-Namen stammen meist aus dem Umfeld, von Lehrern, Eltern und Schülern, die einen Vorschlag formulieren. Den „Zuschlag“ erteilt dann der Stadtrat – oder das Kultusministerium. Nächste Chance für die Karl Valentin-Gesellschaft: Das staatliche Gymnasium Trudering, das in Kürze gebaut wird. Grundschulen fallen übrigens komplett als Namensnehmer aus – sie werden grundsätzlich nach der Straße benannt, in der sie liegen. hu

 

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