München Vom Maximilian's ins Sex-Lokal

Die Chefin thront auf dem Samtsofa: Birgit Biederer in ihrer Bar Rouge, die weit mehr als eine normale Bar ist. Foto: People Image

München/Berlin - Sie zog von München nach Berlin – und in die, nun ja, Horizontale: Birgit Biederer (46) galt jahrelang als eine der wenigen Frauen, die sich hier im Nightlife einen Namen gemacht haben. Sie war Chefin vom „Maximilian’s“, das später in „Maxsuite“ umbenannt wurde. Ein Keller-Club am Maximiliansplatz 16 (das heutige „Chaca-Chaca“).

 

Vor allem Fußball-Stars wie Stefan Effenberg, Lothar Matthäus, Giovane Elber und Mario Basler ließen es hier (an-)ständig krachen. Später folgte auch das Jung-Volk – was dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) missfiel.

Vor knapp drei Jahren musste die blonde Birgit Biederer mit den stets knallrot geschminkten Lippen ihre Maxsuite zumachen. Das KVR hatte 44 Jugendliche unter 18 Jahren kontrolliert, die alle noch nach Mitternacht feierten. Verstoß gegen den Jugendschutz, Betreiberlizenz weg!

Empört über die harte Strafe verließ Birgit Biederer ihre Heimat. Jetzt führt sie seit anderthalb Jahren die „Bar Rouge“ in der Französischen Straße in Berlin-Mitte.
Beste Lage, direkt zwischen Nobelhotels wie dem Adlon und In-Läden wie dem „Borchardt“. Früher war hier eine Bank, heute geben ihre Gäste das Geld nicht nur für Getränke aus. Denn die „Bar Rouge“ ist weit mehr als eine normale Bar.

„Die Biggi hat ein Bordell in Berlin“, erzählen sich Insider der Society, die mal einen Abstecher in die „Bar Rouge“ gemacht haben.

Die Homepage des Berlin-Ladens drückt es so aus: „Lassen Sie sich im stilvollen Ambiente eines englischen Herrenclubs von der Gesellschaft charmanter, junger Damen und exotischer Schönheiten verführen. Hervorragender Service und Diskretion sind für uns unabdingbar.“

Ein Herrenclub also. „Das ist in Deutschland einmalig“, sagt mir Birgit Biederer am Telefon. Die Diskretion, die im Internet versprochen wird, ist auch der Chefin selbst wichtig, wenn sie über ihr Sex-Lokal spricht. Bordell mag sie es nicht nennen. Sondern lieber einen „exklusiven Gentlemen’s Club“ oder „Erotik-Bar“.

Diplomatisch erklärt sie, was in ihrem neuen Laden passiert: „Wenn ein Mann zu uns kommt, kann er davon ausgehen, dass er sehr schnell eine schöne Dame kennenlernt. Wie weit das geht, kann er selbst entscheiden.“

In der „Bar Rouge“ arbeiten momentan 20 Frauen: „Als sich herumgesprochen hat, dass ich einen Gentlemen’s Club in Mitte aufmache, musste ich gar nicht nach passenden, schönen und unterschiedlichen Frauen suchen. Die kamen alle auf mich zu und stellten sich vor.“

Da es wohl nie genug schöne Frauen geben kann, steht trotzdem auf ihrer Homepage, dass sie „gut aussehende Damen sucht, die gerne Gäste verwöhnen möchten“.
Ein Sex-Lokal im Zentrum der Hauptstadt – es wäre ein Wunder, wenn das nicht laufen würde. Außer sonntags ist die „Bar Rouge“ immer geöffnet, mindestens bis fünf Uhr morgens. Essen gibt es nicht, das Bier kostet 7,50 Euro. Aber das ist sowieso nebensächlich. Über den Rest, die Hauptsache, wird geschwiegen.

Verkuppelt sie die männlichen Gäste mit den richtigen Damen?

Birgit Biederer umschreibt es so: „Das braucht es gar nicht. Es geht meist sehr schnell, dass die Frauen mit den Herren an der Bar ins Gespräch kommen. Ich halte mich diskret im Hintergrund.“
Klar, die Diskretion ist in dem Geschäft ja unabdingbar.

 

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