München Ulm gibt neue Mordermittlungen gegen Demjanjuk ab

Der 89-jährige Demjanjuk steht zurzeit in München wegen Beihilfe zum Mord an 27 900 Juden im Vernichtungslager Sobibor vor Gericht. Foto: ap

ULM - Die Ulmer Staatsanwaltschaft hat Mordermittlungen gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk wegen eines 1947 getöteten Juden an die Münchner Kollegen abgegeben.

 

Die Akten seienan die Staatsanwaltschaft München I übersandt worden, sagte einSprecher der Ulmer Ermittlungsbehörde am Freitag auf dpa-Anfrage. Der89-jährige Demjanjuk steht zurzeit in München wegen Beihilfe zum Mordan 27 900 Juden im Vernichtungslager Sobibor vor Gericht.

Laut den bisher in Ulm behandelten Vorwürfen soll er nach demZweiten Weltkrieg in der Nähe von Ulm absichtlich einen Judentotgefahren haben. Demjanjuk soll damals unter anderem als Fahrer fürdie Alliierten gearbeitet haben. Die Ulmer Ermittler haben in diesemZusammenhang mittlerweile Akten von der Zentralen Stelle zurAufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg erhalten. Sie wurdenebenfalls nach München geschickt.

Die Ermittlungen in Ulm waren durch private Recherchen angestoßenworden. Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft einen Enkel des damalsin der Nähe von Ulm gestorbenen Mannes in den USA gefunden. Dieserhatte die Sterbeurkunde seines toten Großvaters geschickt. Damit istnach Angaben der Staatsanwaltschaft klar, dass der Getötete jüdischenGlaubens war. Angaben zum Unfallhergang hatte der Mann aber nichtmachen können.

dpa

 

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