München Stefan Schörghuber: Beerdigung in aller Stille

Ein schlichtes Kreuz auf roten Rosen ziert das Grab von Stefan Schörghuber Foto: Mike Schmalz

„Papa“ steht auf dem Brief, der am Sarg von Stefan Schörghuber steckt – ein letzter Gruß seiner drei Kinder Stefanie, Michaela und Florian. Im engsten Familienkreis nahmen sie Abschied von ihrem Vater, der am Dienstag vergangener Woche mit nur 47 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben war.

BAD TÖLZ Familie und Freunde nehmen Abschied von dem Milliardär. Stefan Schörghuber wurde am Dienstag auf dem Pfarrfriedhof von Wackersberg bei Bad Tölz zur letzten Ruhe gebetet.

Seine letzte Ruhestätte

Der Bohmer-Hof dort war seine wahre Heimat. Hier konnte der Münchner Milliardär abschalten. Hier konnte er so leben wie er wollte; still und zurückgezogen. „Als Kind wäre er am liebsten Bauer geworden“, erzählt man im Ort. Hier, wo er so viele glückliche Stunden verbrachte, fand Stefan Schörghuber nun auch seine letzte Ruhestätte.

Seit den frühen Morgenstunden schirmten Männer eines Sicherheitsdienstes den Friedhof ab. Polizisten bewachten den Eingang, die Hauptstraße im Dorf wurde komplett gesperrt, der Verkehr umgeleitet. Die meisten der rund 100 Trauergäste waren aus München und Salzburg angereist.

Ein bescheidener Mensch ohne Starallüren

„Er war ein bodenständiger Mensch, trotz seines Vermögens“, sagt einer von den wenigen Einheimischen, die zur Beerdigung kamen. Ein bescheidener Mensch sei er gewesen, ohne Starallüren und ohne Geltungsdrang, heißt es in dem 3700 Seelen-Dorf.

Keine großen Reden, keine großen Gesten

Für den Bürgermeister Alois Bauer, den Gemeinderat und andere Honoratioren aus dem Ort war es Ehernsache, die Familie bei ihrem schweren Gang auf den Friedhof zu begleiten. In der weißroten Pfarrkirche St. Nikolaus nahmen die Witwe Alexandra Schörghuber, die drei Kinder Stefanie, Michaela und Florian sowie Stefan Schörghubers Schwester Arabella und ihr Ehemann, Nockherbergwirt Peter Pongratz Abschied von dem 47-Jährigen. Totengräber trugen den mit roten Rosen geschmückten Sarg zum Grab direkt neben der Friedhofsmauer.

Keine großen Reden am offenen Grab, keine großen Gesten, ganz so wie es Stefan Schörghuber vorgelebt hatte, so wurde der Münchner Milliardär in seiner Heimatgemeinde zur letzten Ruhe gebettet.

Ralph Hub

 

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