München Stadtwerke: Vertrag des Personalchefs Büttner nicht verlängert

Das Eingangstor zu den Stadtwerken München in der Dachauer Straße, Foto: Mike Schmlaz

Personalchef Büttner soll dem Druck der Gewerkschaft Verdi nachgegeben haben. Ärger im Aufsichtsrat der Stadtwerke.

 

München -  In der Führungsetage der Stadtwerke rumort es: Der Aufsichtsrat hat den Vertrag für den Personal-Geschäftsführer Reinhard Büttner nicht verlängert. Die offizielle Sprachregelung ist: Er „verzichtet“. In einer Mitteilung heißt es: „Geschäftsführer Reinhard Büttner (60) gab im Rahmen einer persönlichen Erklärung zu Protokoll, dass er seinen Vertrag nicht verlängern möchte und daher zum 2. September 2013 aus der SWM-Geschäftsführung ausscheiden wird. Er möchte sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen.“ Büttner selbst lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage der AZ ab.

Der Arbeitsdirektor war bis 1998 Geschäftsführer der ÖTV-München. Als er danach als Arbeitgebervertreter die Tarifverhandlungen mit führte, wurden sie Gegner. Es gab auch offenen Streit zwischen Verdi und ihm wegen der Personalpolitik der SWM. Auch sein Aufsichtsratsvorsitzender (und Gewerkschaftsmitglied) OB Christian Ude scheut keine Auseinandersetzung mit Verdi.

Wie die AZ erfuhr, soll die Gewerkschaft Verdi im Vorfeld erst gegen eine Verlängerung von Reinhard Büttner gewesen sein. Dann sei sie umgeschwenkt. Der angebliche Hintergrund: Die Gewerkschaft habe von Büttner verlangt, dass er in Zukunft eine arbeitnehmerfreundliche Politik betreiben solle. Angeblich habe Büttner das den Gewerkschaftsvertretern zugesagt. Verdi-Chef Heinrich Birner bestreitet das gegenüber der AZ.

Die Absprache ist dem Aufsichtsrat zugespielt worden – auch dem Vorsitzenden Christian Ude und dem zuständigen Wirtschaftsreferenten Reiter. Da soll es zum Krach gekommen sein. „Da hat er ihr Vertrauen verloren“, erfuhr die AZ. Verblüffte Gesichter überall.

„Als Arbeitsdirektor und Gewerkschafter ist er in einer schwierigen Situation, aber er muss die Interessen des Unternehmens vertreten“, sagen Büttner-Vertraute.

Mit dem „Verzicht“ hat der Aufsichtsrat ein Problem weniger: Sonst wären drei Geschäftsführer fast gleichzeitig in Pension gegangen. So wird MVG-Chef Herbert König (60) „auf eigenen Wunsch“ für 30 Monate verlängert. Eine Verlängerungsoption wurde dem Erfolgreichen zugesichert. Der umsichtige Energie–Geschäftsführer Stephan Schwartz (61) wird bis zur Pension verlängert. SWM-Chef Florian Bieberbach (39) ist gerade erst im Amt. Für Büttners Nachfolge als Arbeitsdirektor hat übrigens die Gewerkschaft Verdi von Gesetz das Vorschlagsrecht.

 

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