München spürt L'amore So war das Ramazzotti-Konzert in der Olympiahalle

Eros Ramazzotti bei seinem Konzert in der Olympiahalle. Foto: dpa

Eros Ramazzotti spielte am Freitagabend sein Zusatzkonzert im Rahmen der "Perfetto"-Tour in der Olympiahalle.

 

München - Dass er schon 52 ist merkt man nicht, dass er über 30 Jahre im Musikgeschäft ist hingegen schon: Die fast ausverkaufte Olympiahalle feiert Eros Ramazzotti (mit Irokesenschnitt und - wie es sich für einen Rockstar gehört - komplett in schwarz gekleidet) ohne nachtragend zu sein.

Sein Zusatz-Konzert hätte eigentlich schon vor ein paar Wochen stattgefunden, wäre da nicht ein Virus dazwischengekommen. Der Künstler entschuldigt sich in gebrochenem Englisch und fügt hinzu: "Heute Abend bin ich hier. Only for you." Wer könnte ihm nicht verzeihen? Gut gelaunt singt der gebürtige Römer die Songs seines 15. Albums "Perfetto" und greift dabei auch mal selbst zur E-Gitarre. Denn wer sich auf einen romantischen Schnulz-Abend eingestellt hat, der muss sich die erste Hälfte des Abends durch überraschend laute und rockige neue Tracks, die alle nicht so recht ins Ohr gehen wollen, beißen.

Ramazzotti gibt sich zwar mit treffsicherem Live-Gesang voller Gefühl seinen Liedern hin. Emotional wird es aber erst bei Klassikern wie "Più che puoi", "Adesso tu" und "Un'altra te". Und als der Musiker dann "Se bastasse una canzone" spielt, bleibt kein Zuschauer mehr sitzen. Liebespaare liegen sich in den Armen, die Smartphones übernehmen den sentimentalen Teil, für den früher einmal Feuerzeuge zuständig waren und alle, egal ob italienisches oder deutsches Publikum, singen mit.

Ein unterhaltsamer und poppiger Abend

Dass der Sänger, der weltweit über 50 Millionen CDs verkauft hat, ein Musiker durch und durch ist, beweist er, als er sich ans Klavier setzt und sich beim Singen begleitet. Das wäre eigentlich schon gut genug, um die Fans zu überzeugen. Leider legt Ramazzotti noch einen drauf und lässt auf der Leinwand hinter sich unaufhörlich kitschige Symbole und Videos laufen. So flattert ein schwarz-weißes Piano mit Flügeln umher, man sieht den Sänger inmitten künstlicher Umgebungen stehen oder aus eben diesen Eros-Projektion steigen hunderte Schmetterlinge empor. Ein bisschen so, als hätte der zuständige Grafik-Designer soeben das Effekte-Basteln entdeckt. "Perfetto" ist die knapp zweistündige Show zwar nicht, aber nichtsdestotrotz ein unterhaltsamer und poppiger Abend des italienischen Künstlers.

 

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