München Spieler (22) tötet vierfache Mutter (21)

In diesem Haus geschah die Tat. Foto: Gregor Feindt

NEUPERLACH - Familiendrama in Neuperlach: Vier kleine Kinder verlieren am selben Tag ihre Eltern. Ihr Vater stößt die Mutter so brutal gegen eine Wand, dass sie stirbt. Der Mann sitzt wegen Totschlags in Haft.

 

Die schwarze Farbe an dem 13 Stockwerke hohen Mietshaus ist verblichen. Im Hauseingang quillt der Mülleimer über. Die Gänge sind mit Gerümpel voll gestellt. Die Bewohner des Hauses am Peschelanger in Neuperlach kennen sich untereinander kaum, man spricht nicht viel miteinander. Aber dass das junge Paar mit den vier kleinen Kindern häufig laut stritt, bekamen mehrere mit. Der letzte Streit des Paares endete tödlich.

Am 1. Juni morgens um 3 Uhr rief eine Frau bei der Rettungsleitstelle an. Mit schwacher Stimme sagte sie, sie sei die Treppe hinuntergestürzt. Bereits auf dem Weg ins Bogenhausener Krankenhaus wurde sie bewusstlos, kurz darauf fiel die Frau ins Koma – aus dem sie nicht mehr erwachte.

Bereits am Nachmittag meldete sich der behandelnde Arzt bei der Polizei. Ihm kam die Version mit dem Treppensturz verdächtig vor. Die Art der Kopfverletzung passte nicht zu einem Sturz. Die Münchner Mordkommission wurde eingeschaltet. Sie befragte Familienangehörige und den serbischen Lebensgefährten der jungen Frau. Auch er erzählte, die 21-Jährige sei die Treppe hinuntergefallen.

Doch der Gebäudereiniger geriet zunehmend unter Verdacht. Eine Bekannte zur AZ: „Der war aggressiv und gewalttätig. Der ist schon öfter auf sie losgegangen.“ Im Rahmen von Vernehmungen erhärtete sich am vergangenen Mittwoch der Verdacht gegen den 22-Jährigen. An diesem Tag starb die junge Frau im Krankenhaus an einer Hirnblutung.

Wenige Stunden später nahm eine Spezialeinheit der Polizei den 22-jährigen vor der Haustür eines Bekannten in Neuperlach fest. Bei seiner erneuten Vernehmung gab der Mann schließlich zu: Er hatte seine Lebensgefährtin nach einem Streit ums Geld getötet. Der junge Mann gab an, er habe in jener Nacht mehrere hundert Euro aus der Familienkasse haben wollen – um an Automaten zu spielen. Seine Lebensgefährtin wollte ihm das aber Geld nicht geben. Daraufhin habe er sie im Streit heftig gegen eine Wand gestoßen. Später forderte er sie auch noch auf, dem Notarzt zu sagen, sie sei gestürzt.

Gegen den Mann erging Haftbefehl. Die kleinen Kinder im Alter von fünf Monaten bis fünf Jahren wurden vorerst bei Verwandten untergebracht.

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