München Sekt-Standl verwaist

Wo bis Ende März auf dem Viktualienmarkt hinter teil-transparenten Plastik-Planen Sekt ausgeschenkt wurde, ist jetzt nur noch das grüne Holz-Standl übrig geblieben. Erst Ende Juni könnte hier wieder Schaumwein fließen. Foto: Gregor Feindt

Nach dem Pächterwechsel im Café Nymphenburg bleibt das Schaumwein-Lokal wohl nochbis Ende Juni geschlossen – der neue Betreiber streitet sich mit der Stadt um Genehmigungen.

 

ALTSTADT Trinkfreudige Viktualienmarktbesucher und viele Münchner Prominente sind seit Wochen ihrer Tränke beraubt: Im Café Nymphenburg knallten Ende März die letzten Sektkorken – seitdem ist der Markt-Treffpunkt, der sich immer hinter teil-transparenten Planen verbarg, verwaist und wirkt verlottert. Voraussichtlich bis Ende Juni wird dieser Zustand anhalten – und das grüne Häusl einen traurigen Anblick bieten.

„Wir warten noch auf einige Genehmigungen, die hoffentlich nach einer Besprechung am Freitag bald erteilt werden“, sagt der neue Wirt Florian Lechner der AZ. Der Umbau wird etwa vier bis sechs Wochen dauern, so dass Lechner auf eine Eröffnung „Mitte bis Ende Juni“ hofft.

Bis Ende März hatte der Wiesn-Wirt Hanns-Werner Glöckle gemeinsam mit seiner Tochter Stephanie den Getränkegroßstand geführt. Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann, TV-Star Andreas Giebel, etliche 60er- und Bayern-Spieler hoben hier einst die Gläser. Dann meldete die Sektkellerei Nymphenburg, die vor rund zehn Jahren vom Konzern Schloss Wachenheim (Besitzer: Familie Reh, Aufsichtsrat: Roland Kuffler) geschluckt wurde, eine Konzeptänderung an: Ab dem 1. April führen Florian Lechner (Moarwirt Bad Tölz) und Antje Augstpurger (ehemalige Marketingleiterin der Sektkellerei Nymphenburg) das Café.

Angekündigt wurde die Eröffnung im Januar für Mai. Eine Nymphenburg-Sprecherin sagte der AZ gestern, dass es „von Anfang an“ so geplant gewesen sei, dass das neue Café „bis Ende Juni“ seine Pforten oder Planen öffnen wird.

Gut möglich, dass es bei den ausstehenden Genehmigungen um die Vorbauten und Plastik-Planen des Standls geht. Die Lokalbaukommission hat die Händler bereits darauf hingewiesen, dass diese nur geduldet seien. OB Christian Ude hatte den Verhau auf dem Viktualienmarkt schon mit einem „Zeltlager am Hindukusch“ verglichen – offensichtlich hatten die Nymphenburg-Entwürfe für die Stadt zu viel Camping-Charme. M. Graeter, tha

 

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